Über Nahlinsen

Für effektvolle Nahaufnahmen braucht man nicht unbedingt teures Spezialequipment: Für den Anfang tut es oft eine einfache Nahlinse. Die Nikon Vorsatzlinsen lassen sich in alle Nikkor Objektive mit 52mm Schraubfassung einschrauben, wenn auf kürzere Entfernungen als die Minimalaufnahmedistanz des Objektivs eingestellt werden soll. Sie sind kompakt und einfach im Gebrauch und beeinträchtigen weder die Blendenautomatik noch die Belichtungsmessung durch das Objektiv. x_linse 0Allerdings werden das geringe Gewicht und der günstige Preis durch einen fotografischen Nachteil erkauft, der sich je nach Aufgabenstellung mehr oder weniger stark bemerkbar macht: Vor allem bei offener Blende wirkt sich die Nahlinse etwas qualitätsmindernd aus. Dies ist vor allem an den Bildrändern bemerkbar, wo sich Bildfehler wie Verzeichnung und vor allem Schärfeverlust einstellen. Die Einbuße ist allerdings relativ: während dieser Abbildungsfehler beispielsweise bei Naturmotiven wie Blüten oder auch nahen Portraits kaum ins Gewicht fällt, sollte man Reproduktionen oder technische Aufnahmen besser mit einem Makro-Objektiv machen. Weiterlesen

Nikon F-301 – das verkannte Aschenputtel?

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Als die Nikon F301 im Jahre 1985 erstmals präsentiert wurde stand die Berliner Mauer noch felsenfest und der Zeitreiseklassiker „Zurück in die Zukunft“ kam grade ins Kino. Die neue Nikon hatte zwar keinen Fluxkompensator, aber dafür erstmals einen eingebauten Motor für den Filmtransport. Sie löste das Amateurmodell Nikon FG ab und war der Anfang einer neuen Generation von einfach zu bedienenden Kameras für Hobbyfotografen. Trotzdem bot sie ein erstaunliches Paket an Ausstattung, und so ist nicht ganz zu verstehen, warum diese Kamera auf dem Gebrauchtmarkt momentan ein Schattendasein führt.

Elektronik der F-301

Elektronik der F-301

Und das, wo sie einen deutlichen Vorteil gegenüber den beliebten Modellen FE-2 und FM2n hat. Doch dazu später mehr.

Wer sich mit dem 80er-Jahre-Design anfreundet, bekommt eine solide Kamera, die dem Fotograf viel Arbeit abnimmt, ohne das er (oder sie) die Kontrolle verliert. Angefangen bei der automatischen Filmeinfädelung über die selbsttätige Fimempfindlichkeitseinstellung bis hin zum motorischen Filmtransport und natürlich verschiedener Belichtungsprogramme. Trotzdem ist eine manuelle Belichtungseinstellung  problemlos möglich. Weiterlesen

Über das manuelle Scharfstellen

Wer zum ersten mal mit einer analogen, manuellen Kamera arbeitet, muss sich daran gewöhnen, dass nicht der Autofokus das Objektiv scharfstellt, sondern der Fotograf. Das mag einfach erscheinen, aber der Teufel steckt wie so oft im Detail. Denn viele werden sich wundern, dass ihre Aufnahmen nicht so knackscharf werden wie erwartet.

Als ich in den 19achtziger Jahren meine ersten Auftragsfotos machte, wunderte ich mich, dass Kollegen, die mit einer alten Leica fotografierten, immer schärfere Fotos mitbrachten als ich mit meiner Nikon FE2. Ich schob das erst auf die legendären Leitz-Optiken, biss ich merkte, dass sich die M-Leica viel leichter genau fokussieren liess (allerdings nur bei kurzen Brennweiten!). Ich war einfach beim Scharfstellen etwas nachlässig gewesen. Denn auch mit einer Spiegelreflexkamera lassen sich punktgenaue Fotos erreichen: man muss nur sehr, sehr sorgfältig fokussieren. Aber wie geht das?

unscharf

Unscharf eingestellt

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Der klassische Einstieg: Nikon FE

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Wenn über klassische Nikons geredet wird, steht eine Kamera auf einem der ersten Ränge: die Nikon FE. Sie ist etwas kleiner und leichter als die Vorgängermodelle Nikkormat und Nikon EL2, ist aber ebenfalls komplett aus Metall gefertigt.

Sie erschien 1978, also ein Jahr nach der FM. Anders als diese verfügt sie aber über einen elektronisch gesteuerten Verschluss sowie eine Zeitautomatik. Zur eingestellten Blende wählt die Kamera also die passende Belichtungszeit. Zum Betrieb benötigt sie zwei langlebige und noch immer leicht erhältliche Knopfzellen vom Typ G13, LR44 oder A76. Sollten die einmal leer sein, ist die FE aber auch ohne Strom immerhin noch mit der 1/90 Sekunde sowie B verwendbar. Zur kompletten Ausstattung der FE gehören ausserdem eine Weiterlesen

Wie leicht soll ein manueller Fokus laufen?

Wer zum ersten Mal ein manuelles Objektiv in der Hand hat, ist oft erstaunt über die mechanische Präzision, mit der viele dieser Objektive gefertigt wurden. Der sanft gleitende Fokusring, mit dem präzise eingestellt werden kann. Die genau abgestimmte Dämpfung, die dem ganzen eine gewisse Sämigkeit gibt. Allerdings gibt es gelegentlich grosse Unterschiede, was die Leichtgängigkeit angeht. Wie kommt das?

DSC_3168In dem Helikoid genannten, meist mehrgängigen Gewinde, mit dem der vordere Teil des Objektives durch Drehung herausgeschoben wird, befindet sich ein Schmiermittel. Nicht irgendeins, sondern spezielles Helikoid-Fett mit genau abgestimmtem Dämpfungsgrad. Ausserdem muss es Wärme-und Kältetauglich sein, nicht Verharzen und Rumbröseln, und es soll da bleiben wo es ist und sich nicht etwa Inneren des Objektiv auf andere Teile verbreiten, wo es nicht hingehört. Dieses Fett ist aber einem gewissen Alterungsprozess unterworfen, wobei neben der Zusammensetzung auch die Art der Lagerung (kalt/warm, trocken/feucht), aber auch die Häufigkeit der Nutzung eine Rolle spielen. Das Schmiermittel kann im Laufe der Jahre zäh werden, dann wird der Fokusring sehr schwergängig. Oder es kann austrocknen, dann läuft der Fokus rauh und leicht. Weiterlesen

Nikon-Werbung: mal genial, mal peinlich

Die Firma Nikon hat im Laufe ihrer Geschichte stets für ihre Produkte geworben und dabei die verschiedenste Strategien gefahren, die auch je nach Land sehr unterschiedlich waren. Und auch mal mehr, mal weniger humor- und geschmackvoll.

In den frühen Jahren waren die Werbeaussagen noch eher schöngeistig und zielten mehr auf die Künstlerseelen, für die Fotografie eine Form der kreativen Selbstdarstellung ist: „Der Mensch oder die Kamera, wer ist für ein gutes Bild verantwortlich?“ fragten die Werber in dieser Anzeige.16080625523_3b7544423d_o Eine gewagte Aussage für einen Kamerahersteller, die dann auch in dem langen Text (den heutzutage niemand mehr lesen würde) ausgiebig erörtert wurde und zu dem Schluss kam: Weder das Eine noch das Andere allein, sondern beides im Zusammenspiel. Weiterlesen

Wieviel Pixel braucht der Mensch?

Sensor der Nikon D800

Sensor der Nikon D800

Die Kamerahersteller bauen Sensoren mit immer höherer Auflösung in ihre Kameras ein. Während das Nikon-Flagschiff D810 mit „nur“ 36 Megapixeln daherkommt, ist Konkurrent Canon inzwischen bei 50 MP angelangt. Der stern dagegen forderte schon 2007 „Schluss mit dem Pixelwahn“ und meinte, 6 Megapixel würden vollauf genügen. Wieviel Megapixel braucht man den nun?

Zunächst mal muss man sich klarmachen, dass in der gesamten Fotoindustrie ein starker Innovationsdruck herrscht. Schon zu analogen Zeiten kamen alle paar Jahre neue Modelle auf den Markt. Allerdings gab es damals noch wirkliche Weiterentwicklungen. Man denke nur an die Einführung von Belichtungsautomatik und Autofokus. Zwar konnte die Bildqualität von Digitalkameras auch seit Ihrer Einführung deutlich gesteigert werden, aber ausser der immer höheren Auflösung hat sich in den letzten Jahren wenig getan.

Wie wirkt sich aber nun die hohe Auflösung der Pixelmonster wie Nikon D800 auf die Bildqualität aus? Ich wollte ich es jetzt mal genau wissen. Weiterlesen

AI oder nonAI – das ist hier die Frage!

Immer wieder gibt es Unklarheiten, was es mit den Bezeichnungen „AI“ und „nonAI“ auf sich hat. Was ist der Unterschied und was passt wo? Darum geht es im Folgenden.

non-Ai-Objektiv

nonAi-Objektiv mit „Hasenohr“

„AI“ ist die Abkürzung für „Automatic Indexing“, und beschreibt das 1977 eingeführte System der Blendenübertragung zwischen Objektiv und Kameragehäuse. Der im Kameragehäuse eingebaute Belichtungsmesser kennt ja die am Objektivring eingestellte Blendenöffnung nicht. Deshalb  muss sie ihm auf mechanischem Weg übermittelt werden, damit er die dazu passende Belichtungszeit anzeigt oder auch selbsttätig einstellt. Vor 1977 gab es an den Objektiven dazu nur die Blendenkupplung über eine Mitnehmergabel, die sogenannten „Hasenohren„. Am Blendenring des Objektives war ein kleiner geschlitzter Blechwinkel angebracht, der in einen beweglichen Kupplungsstift am Kameragehäuse geführt wurde. Der Objektivwechsel gestaltete sich dadurch etwas fummelig. Weiterlesen

E-Nikkore nicht analogtauglich

Foto: Nikon

Foto: Nikon

Wenn bei den neuesten Nikkoren in einem Objektivname hinter der Angabe der Blende der Buchstabe „E“ steht, handelt es sich um ein Objektiv mit elektromagnetischer Blende. Diese Objektive sind leider nicht mehr mit analogen Kameras kompatibel.

Aber nicht nur das: auch an den älteren Digitalkameras der D1-Serie, D2-Serie, D40-Serie, D50, D60, D70-Serie, D80, D90, D100, D200 und D3000 sowie der 1J5 (mit Adapter) funktionieren diese Linsen nicht. Darüber informiert Nikon hier. Die betroffenen Objektive sind das AFS-Nikkor 24-70/2,8 VR, das 200-500/5,6 VR, das 300/4 VR sowie das DX 16-80/2,8-4 VR und die lichtstarken Teles 500/4 VR und 600/4 VR.

Die Blendenlamellen werden bei diesen Objektiven mit einem Motor bewegt. Dieser erhält Strom und Steuersignal aus dem Kameragehäuse. Bei Objektiven der Typen D und G werden die Blendenlamellen dagegen mechanisch über einen Hebel bewegt. Weiterlesen

…und es ward Licht. Blitze für Analogkameras

Der Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei Automatikbereiche, Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 (100ASA)

Der „Computerblitz“ Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei „Computerblenden“ und Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 bei 100 ISO

Ein Blitzgerät stellt eine einfache Möglichkeit dar, Fotos auch dann noch zu machen, wenn es eigentlich dafür zu dunkel ist. Im Folgenden möchte ich kurz die Funktionsweisen der verschiedenen Entwicklungsstufen der Blitzgerätetechnik erläutern. Sie waren ja nicht immer so ausgefeilt wie sie heute sind. Weiterlesen