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MD-12 – der Motor zur FM/FE-Familie

Wer mit dem smartphone fotografiert, kennt das Geräusch. Der künstlich eingespielte Ton vieler smartphone-Foto-Apps ähnelt dem einer Nikon mit angeschlossenem MD-12. Zugegeben,  unauffälliges fotografieren geht damit nicht mehr. Dafür bietet der MD-12 aber Vorteile, die man nicht sofort vermuten würde.

Denn mit angeschlossenem MD-12 liegt eine Nikon FM, FE, FM2, FE2, FM3a oder FA deutlich Weiterlesen

Die Referenz: Micro-Nikkor 55/2,8 AIS

Wenn ein technisches Gerät seit vierzig (40!) Jahren unverändert gebaut wird, dann ist es schon etwas ganz besonderes. Es ist ein Zeichen dafür, daß dem Hersteller etwas ganz Ungewöhnliches gelungen ist.

Im Jahr 1979 (in Nicaragua tobt die Revolution, in der Bundesrepublik wird Franz-Josef Strauß Kanzlerkandidat) erblickte das Nikon Micro-Nikkor 55/2,8  das Licht der Welt. Wie konnte es zu einem derartigen Klassiker werden, daß es heute noch neu erhältlich ist? Nun, die Nikon-Ingenieure nahmen ein sehr gutes Objektiv (das Micro-Nikkor 55/3,5) und machten es noch besser. Die Lichtstärke wurde um eine halbe Blende erhöht, um die Gefahr des Abdunkelns des Schnittbild-Entfernungsmessers zu minimieren. Aber das ist noch nicht das ausschlaggebende.

Herkömmliche Objektive sind meist für einen bestimmten Entfernungsbereich optimiert. Ein normales Nikkor 50/1,4 erzielt Weiterlesen

Nikkormat EL – Nikons erste Automatik-SLR

Ein Meilenstein im Kamerabau ist die Nikkormat EL, eine schwere Spiegelreflexkamera, die als erste Nikon einen elektronisch gesteuerten Verschluss hatte. Bisherige Nikkormat-Modelle und auch die Nikon F und F2 funktionierten rein mechanisch, die Batterie wurde nur für den Belichtungsmesser gebraucht. Weiterlesen

…und es ward Licht. Blitze für Analogkameras

Der Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei Automatikbereiche, Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 (100ASA)

Der „Computerblitz“ Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei „Computerblenden“ und Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 bei 100 ISO

Ein Blitzgerät stellt eine einfache Möglichkeit dar, Fotos auch dann noch zu machen, wenn es eigentlich dafür zu dunkel ist. Im Folgenden möchte ich kurz die Funktionsweisen der verschiedenen Entwicklungsstufen der Blitzgerätetechnik erläutern. Sie waren ja nicht immer so ausgefeilt wie sie heute sind. Weiterlesen

Nikon F100 – die „digitale“ Analogkamera

Nikon F100 mit AF-S-Nikkor 50/1,4G

Nikon F100 mit AF-S-Nikkor 50/1,4G

Der einzige Unterschied zwischen der F100 und einer D750 ist das fehlende Display auf der Rückseite. Ach Moment mal… Stimmt! Die Nikon F100 ist ja eine Analogkamera. Das fällt aber erst so richtig auf, wenn man nach der Aufnahme vergeblich aufs Display schauen will. Da befindet sich allerdings nur ein kleines Fenster, durch das man die eingelegte Filmpatrone  sehen kann. Ansonsten hat sich am Bedienkonzept seit fast 20 Jahren ja fast nichts geändert, und die F100 wurde immerhin bis 2006 gebaut. Sie ist also die ideale Kamera für den modernen Fotografen, der neben dem Einsatz der Digitalen auch noch ein paar Belichtungen auf Film bannen möchte. Alle Bedienelemente sind da, wo man sie vermutet, die Umstellung fällt also denkbar leicht. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass auch die modernsten G-Nikkore verwendet werden können, die Kamera aber auch mit manuellen AI-Objektiven aus den 70ern klarkommt. Weiterlesen

Übersicht: Digitalkameras mit AI-Kupplung

Ai-Kupplung am Objektiv

Ai-Kupplung am Objektiv

Die manuell zu fokussierenden AI/AIS-Objektive sind erkennbar an der doppelten Blendenreihe, und der stufigen AI-Kupplung (Was der Unterschied zwischen AI und AIS ist, lesen Sie hier). An viele digitale Kameras passen diese Objektive. Es ist sowohl Zeitautomatik als auch manuelle Innenmessung und sogar Matrixmessung möglich (ausser bei der D1). Auch die TTL-Blitzmessung funktioniert. Ausserdem können in den Kameraeinstellungen im Menüpunkt “Objektivdaten” diese einmal eingegeben werden, dann wird im Sucher der eingestellte Blendendenwert angezeigt. Auch in den EXIF-Daten der Bilder werden dann Brennweite, Lichtstärke und eingestellte Blende gespeichert. Mehrere verschiedene Objektive können abgespeichert werden, so dass beim Ansetzen nur die Objekivnummer abgerufen werden muss. Die Fokussierung erfolgt natürlich manuell, es steht aber im Sucher eine Fokussierhilfe zur Verfügung. Die alten non-Ai-Objektive können hier wegen des breiteren Blendenringes nicht angesetzt werden, da die Ai-Kupplung der Kamera im Weg ist. Sie müssen gegebenenfalls durch Abfräsen oder mit einem neuen Blendeneinstellring auf Ai umgebaut werden.

Hier nun die AI/AIS-kompatiblen Digitalkameras: Weiterlesen

An welche Digis passen die älteren AF-Objektive?

Die älteren Autofokus-Nikkore lassen sich ja gut an modernen Digitalkameras verwenden, sie sind deutlich stabiler als die heutigen Plastikzooms und dabei oft überraschend leistungsstark. Darüber habe ich ja schon hier geschrieben. Allerdings haben sie, anders als die neueren AF-S-Objektive, keinen eigenen Autofokusmotor. Oft werde ich gefragt, an welchen modernen Digitalkameras sie sich verwenden lassen. Kurz gesagt, an allen Kameras, die einen eingebauten Autofokusmotor haben. Die AF- und AF-D-Nikkore passen also an die folgenden Kameras: Weiterlesen

Übersicht: Digitalkameras für nonAI-Objektive

 

non-Ai-Objektiv

non-Ai-Objektiv

An den unten aufgeführten Digitalkameras können ALLE manuellen Nikkore (also AI/AIS und non-AI-Typen) verwendet werden. Da aber an der Kamera keine Kupplung zur mechanischen Übermittlung der am Objektiv eingestellten Blende vorhanden ist, kann (ausser an der Df) leider  keine interne Belichtungsmessung (oder gar Belichtungsautomatik) erfolgen. Die Belichtung muss also geschätzt, ausprobiert oder mit einem separaten Belichtungsmesser ermittelt werden. Es können Objektive ohne AI-Kupplung („nonAI“) oder mit AI-Kupplung („AI- oder „AIS“-Objektive) verwendet werden.  Weitere Details dazu hier. Weiterlesen

Neue Linsen an analogen Bodies?

DSC19532

Sieht krass aus, passt aber: Nikon F Eyelevel (1964) mit AF-S Nikkor 17-35/2,8 (2008)

Die Frage, welche manuellen Objektive sich an modernen Digitalkameras verwenden lassen, habe ich ja schon hier behandelt. Nun gibt es aber auch oft den Fall, dass man wieder analog fotografieren möchte, aber die vorhandenen modernen Objektive dazu nutzen will. Vielleicht möchte ja der Eine oder die Andere die Sache mit dem Film erst mal ausprobieren, ohne gleich in ein paar schöne manuelle Objektive zu investieren. Dann erreichen mich Anfragen wie diese: „Kann ich die Objektive meiner Digitalkamera auch an einer analogen Nikon verwenden?“ Das kann ich nur mit einem entschiedenen „Kommt drauf an!“ beantworten. Weiterlesen

Augen auf beim Kamerakauf!

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie eine analoge Kamera kaufen möchten? Da es diese Kameras ja (bis auf einige wenige Ausnahmen) nicht mehr als Neuware gibt, bleibt nur der Weg zu einer Gebrauchten. Viele Analoge sind je nach Typ 20 Jahre alt, 30 Jahre oder sogar noch älter. Da muss man beim Kauf schon genau aufpassen, um keine „Gurke“ zu erwischen.
Was Sie wissen sollten:

1. Verschlüsse halten nicht ewig. Testen Sie die Kamera bei 1 Sekunde Belichtungszeit;  wenn das Öl in der Verschlussmechanik verharzt ist, bleibt der Verschluss stehen. Aber auch Schlitzverschlüsse mit sehr kurzen Zeiten haben Ihre Tücken: die sehr schnellen Geschwindigkeiten (z.B 1/2000 s) laufen oft ungleichmässig, was sich in Belichtungsunterschieden bemerkbar macht. Das vor dem Kauf zu prüfen ist fast unmöglich, man merkt es erst dann, wenn man einen Film damit belichtet.

Verrottete Dichtungen an einer Nikkormat

Verrottete Dichtungen an einer Nikkormat

2. Schaumstoffdichtungen lösen sich nach einiger Zeit auf. Damit die Rückwand einer analogen Kamera kein Tageslicht hereinlässt, dass den Film belichten könnte, ist sie rundherum speziell abgedichtet. Dieser Schaumstoff zersetzt sich aber im Laufe der Jahre und wird schmierig und klebrig.  Nicht nur dass die Dichtungen dann wirkungslos sind, auch können die entstehenden Krümel im Kamerainneren Schaden anrichten. Gleiches gilt auch für den Spiegeldämpfer, das kleine Kissen, das den Spiegelschlag dämpfen soll. Nach spätestens 20 Jahren müssen diese Teile also ersetzt werden. Wer sich diese fummelige Arbeit selbst zutraut, findet im Netz auch Bezugsquellen für die verschiedenen Dichtungssorten, ansonsten muss die Kamera in die Werkstatt.

Okularglas an der Nikon FM2

Okularglas an der Nikon FM2

3. Okularschutz vorhanden? Dieses abschraubbare kleine Teil fehlt bei vielen gebrauchten Kameras oder ist beschädigt. Wichtig ist es aber, denn es verhindert das Zerkratzen von Brillengläsern. Es kann gegebenenfalls auch durch einen Kunststoffring ohne Glas ersetzt werden. Die Beschaffung des Originalteiles ist auch nicht ganz einfach.

4. Belichtungsmesser und Elektronik OK? Das auf die Schnelle zu prüfen ist nicht immmer möglich. Ob die angezeigten Belichtungszeiten plausibel sind, kann man mit einiger Erfahrung noch beurteilen. Auch angelaufene LCD-Displays sind leicht zu erkennen. Ob aber alle elektronischen Kamerafunktionen so laufen wie sie sollen, dazu bedarf es einer eingehenden und sorgfältigen Prüfung. Nichts für den Flohmarkt!

5. Gummibeschichtungen werden klebrig. Dieses Problem betrifft vor allem AF-Kameras wie z.B die Nikon F90. Diese Kameragehäuse haben zur Erhöhung der Griffigkeit eine Auflage aus gummiartigem Kunststoff. Durch irgendwelche chemischen Prozesse verändern sich die Eigenschaften dieser Gehäusebeschichtung im Laufe der Jahre. Die schlechte Nachricht ist: bisher gibt es offenbar kein Mittel dagegen – nur ein Austausch der alten Gummibeschichtung durch eine neue.

Innenleben einer Nikon FE

Innenleben einer Nikon FE

6. Muss man mechanische Kameras ab und zu ölen? Kommt drauf an. Nikon-Kameras sind prinzipiell so konstruiert, dass sie viele Jahre lang keiner zusätzlichen Schmierung bedürfen. Wenn allerdings durch feuchte Lagerung Korrosion im Inneren einsetzt, kann es doch mal sein, dass etwas fachgerecht geschmiert werden muss. Das sollte aber an den richtigen Stellen und mit dem richtigen Schmiermittel erfolgen. Der Laie sollte tunlichst die Finger davon lassen. M-Leicas sind da übrigens anders: die müssen regelmässig fachgerecht neu geschmiert werden.

7. Batteriefach sauber? Auch darauf sollten Sie achten. Grade wenn der Vorbesitzer seine Kamera jahrelang nicht benutzt hat, besteht die Gefahr, dass die Batterien ausgelaufen sind. Das darin enthaltene Elektrolyt kann nicht nur Kontaktschwierigkeiten verursachen, sondern auch Kamerateile beschädigen.

Aber auch der Erwerb eines gebrauchten Objektives hat so seine Tücken. Darauf sollten Sie achten:

8. Wie gut läuft der Fokus? Für eine sauber laufende Fokussierung befindet sich in den Helicoid-Schneckengängen der Objektive ein Schmiermittel, dass sich aber im Laufe der Jahre verändern kann. Je nach Lagerung oder Nutzung des Objektives kann es verharzen (dann läuft der Fokus sehr schwer) oder austrocknen (dann läuft der Fokus rauh und leicht). Abhilfe schafft hier meist nur eine Demontage und das richtige Schmiermittel. Keinesfalls sollte man mit dünnflüssige Ölen arbeiten, denn dann hat man bald folgendes Problem:

9. Verölte Blende? Manchmal macht sich das Schmiermittel im Objektiv selbstständig, sei es weil es zu dünnflüssig ist oder wenn das Objektiv falsch (z.B ständig im in der Sonne parkenden Auto) gelagert wird. Wenn es die dünnen Metallblättchen der Irisblende erreicht, werden diese verklebt und die Blende funktioniert nicht mehr richtig.  Dann muss alles demontiert und gereinigt werden – eine Arbeit für Fachleute. Typische Kandidaten für dieses Problem sind übrigens das Micro Nikkor 55/2,8 AIS und noch mehr das 35-70/3,3-4,5 AF.

Glaspilz (Fungus)

Glaspilz (Fungus)

10. Nebel- Fungus – Staub. Alles unschöne Dinge, wenn sie sich im Inneren eines Objektives befinden. Staub ist meist kein Problem, wenn es sich um einzelne Partikel handelt. Diese wirken sich nicht auf das Bildergebnis aus, siehe dazu auch hier. Stärker machen sich aber flächige Verschmutzungen bemerkbar, die das Objektiv bis zur völligen Unbrauchbarkeit beschädigen können. Eine Demontage und Reinigung ist oft wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ein sehr verdächtiger Kandidat ist hierfür das Nikon AF-Zoom 35-70/2,8, dass oft von einer „nebligen“ Innenlinse betroffen ist. Ursache ist wohl ein Schmiermittel, dass Dämpfe emittiert, die sich auf der Linse niederlassen. Fungus ist ein Kapitel für sich. Dieser „Glaspilz“ tritt oft nach einer langen Lagerung in feuchter Umgebung auf („Kellerfund“), und ist oft überhaupt nicht zu beseitigen. Dass er allerdings „ansteckend“ sein soll, halte ich bei gegebener Hygiene für ein Märchen.

11. Kratzer? Oft sind Kratzer auf Objektiven so fein, dass man sie nicht gleich sieht. Wenn der Vorbesitzer seine Linsen mit einem nicht ganz sauberen Tuch bearbeitet hat, entstehen sogenannte „Putzspuren“. Auch wenn diese sich nur selten im Foto bemerkbar machen, stellen sie doch eine Wertminderung dar.

Eine ganze Menge Dinge gilt es also beim Kauf von gebrauchtem Fotogerät zu beachten. Wer keinen Nerv hat, sich mit anonymen ebay-Verkäufern herumzustreiten, sollte besser im Fachgeschäft kaufen. Am besten bei (ähem..) Nikonclassics. Dort können Sie sicher sein, gute und geprüfte Ware zu erhalten. Alles wird vor dem Verkauf sorgfältig gereinigt und bei Bedarf instandgesetzt. Die Lichtdichtungen und der Spiegeldämpfer werden in der Regel erneuert. Auf den detaillierten Fotos wird genau gezeigt, was Sie kaufen. Und wenn Ihnen etwas nicht gefällt, geben Sie es einfach zurück. Lesen Sie hier, was die Kunden dazu sagen. Kamerakauf ist Vertrauenssache!