Nikon F-301 – das verkannte Aschenputtel?

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Als die Nikon F301 im Jahre 1985 erstmals präsentiert wurde stand die Berliner Mauer noch felsenfest und der Zeitreiseklassiker „Zurück in die Zukunft“ kam grade ins Kino. Die neue Nikon hatte zwar keinen Fluxkompensator, aber dafür erstmals einen eingebauten Motor für den Filmtransport. Sie löste das Amateurmodell Nikon FG ab und war der Anfang einer neuen Generation von einfach zu bedienenden Kameras für Hobbyfotografen. Trotzdem bot sie ein erstaunliches Paket an Ausstattung, und so ist nicht ganz zu verstehen, warum diese Kamera auf dem Gebrauchtmarkt momentan ein Schattendasein führt.

Elektronik der F-301

Elektronik der F-301

Und das, wo sie einen deutlichen Vorteil gegenüber den beliebten Modellen FE-2 und FM2n hat. Doch dazu später mehr.

Wer sich mit dem 80er-Jahre-Design anfreundet, bekommt eine solide Kamera, die dem Fotograf viel Arbeit abnimmt, ohne das er (oder sie) die Kontrolle verliert. Angefangen bei der automatischen Filmeinfädelung über die selbsttätige Fimempfindlichkeitseinstellung bis hin zum motorischen Filmtransport und natürlich verschiedener Belichtungsprogramme. Trotzdem ist eine manuelle Belichtungseinstellung  problemlos möglich. Und zwar nicht über die damals aufkommenden kleinen Tasten über winzige LCD-Menüs, sondern noch ganz klassisch mit einem übersichtlichen Einstellrad neben dem Auslöser. Rechts im Sucher wird dann sowohl die eingestellte als auch (blinkend) die gemessene Belichtungszeit angezeigt. Die Zeitautomatik mit Blendenvorwahl nimmt – bei voller Kontrolle über die Schärfentiefe – dem Fotografen die Zeiteinstellung ab. Wer es ganz bequem haben will, verwendet die Programmautomatik und überlässt der Kamera die Einstellung von Zeit und Blende. Die neue Kurzzeit-Programmatomatik „PHI“ bevorzugt dabei schnelle Zeiten – ideal für Schnappschüsse oder lange Brennweiten. Sogar eine Akustische Signalanzeige ist an Bord, die bei Bedarf falsche Belichtung, Verwacklungsgefahr oder das Filmende signalisiert.

DSC_3407Die Stromversorgung erfolgt über vier AAA-Mikrozellen, die im Boden untergebracht sind. Der separat erhältliche Batteriehalter MB-3 lässt alternativ auch die Verwendung von Mignon-Batterien oder -Akkus zu.

Mit der F-301 können alle manuellen AI- oder AIS-Nikkore verwendet werden. Wobei AI oder AIS keinen Unterschied macht, denn die Programmautomatik korrigiert gegebenenfalls die lichtlineare Blendenmechanik der AI-Objektive. Auch AF-Objektve mit Blendenring lassen sich verwenden, natürlich dann mit manueller Scharfeinstellung. Die alten non-AI-Nikkore sind aber nicht sinnvoll verwendbar.

Metallgehäuse der F-301

Metallgehäuse der F-301

Nun zum grössten Pluspunkt, die der F-301 einen deutlichen Vorsprung gegenüber der FE-2, FA oder FM2n bringt: durch die neuentwickelte „Brite View“-Einstellscheibe ist das Sucherbild besonders hell und klar. Die Schnittbild-Einstellhilfe dunkelt nicht wie bisher bei Blende 4-5,6 ab, sondern lässt weiterhin präzises Scharfeinstellen zu – ein deutlicher Vorteil grade bei lichtschwachen Teleobjektiven. Möglich wurde das durch eine spezielle Strukturierung der Oberfläche der Schnittbildkeile.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Nikon F-301 eine „Schläfer“-Kamera ist, die vermutlich in Zukunft wegen des kultigen 1980er-Designs und der vielfältigen technischen Features erst noch so richtig entdeckt werden wird. Noch gibt es sie sehr günstig: bei Nikonclassics.

Weitere Infos zur Nikon F301:

 

Über das manuelle Scharfstellen

Wer zum ersten mal mit einer analogen, manuellen Kamera arbeitet, muss sich daran gewöhnen, dass nicht der Autofokus das Objektiv scharfstellt, sondern der Fotograf. Das mag einfach erscheinen, aber der Teufel steckt wie so oft im Detail. Denn viele werden sich wundern, dass ihre Aufnahmen nicht so knackscharf werden wie erwartet.

Als ich in den 19achtziger Jahren meine ersten Auftragsfotos machte, wunderte ich mich, dass Kollegen, die mit einer alten Leica fotografierten, immer schärfere Fotos mitbrachten als ich mit meiner Nikon FE2. Ich schob das erst auf die legendären Leitz-Optiken, biss ich merkte, dass sich die M-Leica viel leichter genau fokussieren liess (allerdings nur bei kurzen Brennweiten!). Ich war einfach beim Scharfstellen etwas nachlässig gewesen. Denn auch mit einer Spiegelreflexkamera lassen sich punktgenaue Fotos erreichen: man muss nur sehr, sehr sorgfältig fokussieren. Aber wie geht das?

unscharf

Unscharf eingestellt

scharf

Scharf eingestellt

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Detail: Schnittbildindikator mit Miroprismenring

Scharfeinstellen mit dem Schnittbild

Wenn Sie die Kamera in der Stellung für Querformatfotos halten, dann erkennen Sie genau im Zentrum des Suchers eine horizontale Linie. Visieren Sie damit eine senkrechte Linie im Motiv an, dann erkennen Sie, daß diese Senkrechte geschnitten ist. Nun drehen Sie einfach am Entfernungseinstellring des Objektives, bis die geschnittene Senkrechte wieder zu einer Linie wird. Haben Sie die Kamera in Hochformatstellung, dann werden horizontal laufende Linien im Motiv geschnitten.

Scharfeinstellen mit dem Mikroprismenring

Wenn ihr Motiv keine klaren Linien hat, die für das Schnittbild erforderlich sind. dann können Sie mit dem Mikroorismenring, der um das Schnittbild herum angeordnet ist, die Schärfe einstellen. Drehen Sie einfach so lange am Entfernungseinstellring des Objektivs, bis keine Struktur der Mikroprismen mehr erkennbar ist, bis das Bild glasklar sichtbar ist und nicht mehr „krisselt“. Bitte vergessen Sie nicht, das vor jeder Aufnahme zu kontrollieren. Und ich möchte nochmal betonen, wie wichtig diese genaue Fokussierung für ein gutes Bildergebnis ist.

Scharfeinstellen mit dem Mattscheibenfeld

Außer in den Bereichen, in denen Schnittbild und Mikroprismenring angeordnet sind, besteht die Einstellscheibe aus einer feinkörnig mattierten Mattscheibe. Sie hat einen besonderen Schliff, der ein bis in die Ecken gleichmäßig helles Sucherbild gewährleistet. Bei Aufnahmen mit Zwischenringen oder mit einem Balgengerät, bei extremen Nahaufnahmen also. erreicht weniger Licht die Einstellscheibe (und auch den Film), weil der Abstand von der Frontlinse zur Fiimebene größer ist. Deshalb dunkeln dann die Einstellhilfen der Einstellscheibe ab. Drehen Sie einfach so lange am Entfernungseinstellring, bis Sie die optimale Schärfe erreicht haben. Die Scharfeinstellung muß über die Mattscheibe erfolgen. Das gleiche gilt auch für den Fall, daß Sie einmal ein Teleobjektiv mit Lichtstärke 8 oder geringer ansetzen oder wenn ein Telekonverter die Ausgangslichtstärke des verwendeten Objektivs auf 8 oder geringer reduziert.

Welche Einstellscheiben gibt es und wo lassen sie sich einsetzten?

Viele analoge Nikon-Kameras verfügen über leicht wechselbare Einstellscheiben. Bei der Nikon F, F2, F3, F4 und F5 sind die Scheiben nach dem abnehmen des Prismensuchers leicht zugänglich. Die Mattscheiben der F und F2 sind kompatibel, alle anderen jedoch nicht. Bei der FE, FE2, FM2, FM3a und FA werden die Einstellscheiben mit einer mitgelieferten Spezialzange durch die Objektivöffnungen entnommen. Sie sind alle untereinander kompatibel, allerdings müssen teilweise Belichtungskorrekturen vorgenommen werden:

Einstellscheibe von FE/FM2 in einer FE2 oder FM2N: Korrektur – 1/3 Blende.
Einstellscheibe von FE2/FM2N in einer FE: Korrektur + 1/2 Blende.
Einstellscheibe von FE2/FM2N in einer FM2: Korrektur + 1/3 Blende.

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Das oben genannte Vorgehen zum Scharfstellen gilt für die Standardscheibe K mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring. Es gibt aber noch mehr als ein dutzend weitere verschiedene Mattscheiben für die verschiedensten Einsatzzwecke. Einige haben Hilfslinien eingraviert, andere sind für bestimmte Spezialobjektive oder besondere Einsatzzwecke vorgesehen. Mehr dazu später. Die momentan bei Nikonclassics lieferbaren Typen finden Sie hier.

 

 

Der klassische Einstieg: Nikon FE

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Wenn über klassische Nikons geredet wird, steht eine Kamera auf einem der ersten Ränge: die Nikon FE. Sie ist etwas kleiner und leichter als die Vorgängermodelle Nikkormat und Nikon EL2, ist aber ebenfalls komplett aus Metall gefertigt.

Sie erschien 1978, also ein Jahr nach der FM. Anders als diese verfügt sie aber über einen elektronisch gesteuerten Verschluss sowie eine Zeitautomatik. Zur eingestellten Blende wählt die Kamera also die passende Belichtungszeit. Zum Betrieb benötigt sie zwei langlebige und noch immer leicht erhältliche Knopfzellen vom Typ G13, LR44 oder A76. Sollten die einmal leer sein, ist die FE aber auch ohne Strom immerhin noch mit der 1/90 Sekunde sowie B verwendbar. Zur kompletten Ausstattung der FE gehören ausserdem eine Messwertspeichertaste, ein Batterietestknopf sowie die Möglichkeit zu Mehrfachbelichtungen und eine Abblendtaste zur Kontrolle der Schärfentiefe.

DSC_3910Blitzen wurde mit der FE richtig komfortabel: Im Automatikbereich stellt die Kamera selbsttätig auf die 1/125 Synchronzeit um. Bei manueller Einstellung warnt ein Blinklicht im Sucher vor zu kurzer Belichtungszeit, weil ja in diesem Fall nur ein Teil des Bildes belichtet würde. Mit kompatiblen Blitzgeräten (ab SB-10) erfolgt auch eine Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Die Belichtungsmessernadel zeigt weiterhin das Umgebungslicht an, ideal zum Aufhellblitzen.

Anders als bei der FM können die Mattscheiben vom Anwender ausgewechselt werden, um die Standardmattscheibe mit Schnittbild und Mikroprismen (Modell K) gegen eine Mattscheibe ohne Einstellhilfen (Modell B), zum Beispiel für Teleobjektive, oder eine Gittermattscheibe (Modell E) auszutauschen. Wegen des fest eingebauten Prismensuchers muß der Wechsel durch die Bajonettöffnung erfolgen. Hilfreich ist dabei die mitgelieferte Montage-Pinzette, die das Herausnehmen und Einsetzen ohne Beschädigung des Spiegels oder der Scheibe selbst erleichtert. Übrigens sind die helleren Einstellscheiben K 2, B 2 und E 2 der FE2/FA
in der Nikon FE ebenfalls verwendbar. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, die Filmempfindlichkeits-Einstellung entsprechend der Angabe zu korrigieren. Denn nicht nur der Fotograf hat dann 1/3 Blende mehr Licht im Sucher, sondern auch die Belichtungsmeßzellen.

Sucher FEDer grösste Vorteil der FE gegenüber der FM und der FM2 ist aber die Belichtungsanzeige im Sucher: zu sehen ist dort eine Skala, eine Nadel zeigt stufenlos die richtige Belichtungszeit an, dadurch wird die manuelle Belichtung viel übersichtlicher. Für eine perfekte Belichtung nach dem Zonensystem von Ansel Adams schwenken Sie die Kamera einfach über das Bildfeld und beobachten dabei den Zeiger der Belichtungsanzeige. Wenn die grüne Markierung in der Mitte zwischen dunkelster und hellster Motivstelle steht, ist die Belichtung optimal.

An der Nikon FE können alle manuellen AI- und AIS-Nikkore in vollem Umfang verwendet werden. Ausserdem können – anders als beim Nachfolger FE-2 – dank des umlegbaren Blendenmitnehmers auch die älteren non-AI-Objektive angesetzt werden, allerdings nur mit Arbeitsblendenmessung. Der Betrieb mit AF-Nikkoren ist ebenfalls mit voller Belichtungssteuerung möglich (natürlich dann mit manueller Fokussierung). Nur die neueren G- und E-Typen ohne Blendenring sind nicht verwendbar.

Grösser, schwerer, aber auch deutlich griffiger wird die FE mit dem angesetzt Motorantrieb MD-12, der an der gesamten FM/FE-Familie verwendet werden kann.

DSC_2225Ideal ist die FE übrigens für Nachtaufnahmen: die längste manuell einstellbare Belichtungszeit beträgt zwar nur 8 Sekunden, allerdings sind im Automatikbetrieb deutlich längere Zeiten möglich. Es wurde schon von Belichtungen mit über 60 Minuten (!) berichtet. Perfekt ist die Kombination aus Selbstauslöser und Zeitaufnahme, denn dann kann dank Spiegelvorauslösung auch ohne Drahtauslöser erschütterungsfrei ausgelöst werden.

Insgesamt ist die Nikon FE auch wegen ihres vergleichsweise günstigen Preises eine ideale Kamera sowohl für Analogeinsteiger als auch für ambitionierte Fotografen. Aber Vorsicht beim Kauf: auf dem Gebrauchtmarkt sind viele Exemplare unterwegs, deren Elektronik nicht mehr korrekt arbeitet. Auch die Rückwanddichtung sowie der Spiegeldämpfer sind meist verrottet. Kaufen Sie daher möglichst im Fachhandel – ich empfehle natürlich Nikonclassics!

Wie leicht soll ein manueller Fokus laufen?

Wer zum ersten Mal ein manuelles Objektiv in der Hand hat, ist oft erstaunt über die mechanische Präzision, mit der viele dieser Objektive gefertigt wurden. Der sanft gleitende Fokusring, mit dem präzise eingestellt werden kann. Die genau abgestimmte Dämpfung, die dem ganzen eine gewisse Sämigkeit gibt. Allerdings gibt es gelegentlich grosse Unterschiede, was die Leichtgängigkeit angeht. Wie kommt das?

DSC_3168In dem Helikoid genannten, meist mehrgängigen Gewinde, mit dem der vordere Teil des Objektives durch Drehung herausgeschoben wird, befindet sich ein Schmiermittel. Nicht irgendeins, sondern spezielles Helikoid-Fett mit genau abgestimmtem Dämpfungsgrad. Ausserdem muss es Wärme-und Kältetauglich sein, nicht Verharzen und Rumbröseln, und es soll da bleiben wo es ist und sich nicht etwa Inneren des Objektiv auf andere Teile verbreiten, wo es nicht hingehört. Dieses Fett ist aber einem gewissen Alterungsprozess unterworfen, wobei neben der Zusammensetzung auch die Art der Lagerung (kalt/warm, trocken/feucht), aber auch die Häufigkeit der Nutzung eine Rolle spielen. Das Schmiermittel kann im Laufe der Jahre zäh werden, dann wird der Fokusring sehr schwergängig. Oder es kann austrocknen, dann läuft der Fokus rauh und leicht.

Bei Nikonclassics werden alle Objektive daraufhin geprüft und gegebenenfalls demontiert, gereinigt und mit hochwertigem Helicoid-Schmiermittel versehen, damit sie weder zu schwer noch zu leicht laufen.  Trotzdem gibt es immer noch eine gewisse Spanne in der Leichtgängigkeit, ebenso wie es dabei persönliche Vorlieben gibt. Als ich in den 80ern anfing, mit Nikon zu fotografieren, liebte ich ich die sehr leichtgängigen gebrauchten Objektive, die ich mir damals zulegte. Man konnte damit sehr fix scharfstellen, bei Reportagen ein Vorteil. Inzwischen mag ich es aber lieber etwas „sämiger“, um damit sorgfältig auf statische Objekte fokussieren zu  können.

Sehr leichtgängig: Nikkor 80-200/4,5 AI

Sehr leichtgängig: Zoom-Nikkor 80-200/4,5 AI

Viele meiner Kunden sind überrascht, dass die frühen Zoomobjektive oft einen sehr leichtgängigen Zoomring haben. Das betrifft zum Beispiel das 80-200/4,5 AI, das legendäre Traumobjektiv der siebziger Jahre. Mit diesen Linsen kreierten damals Fotografen wie Francisco Hidalgo den Zoom-Effekt, bei dem während der Belichtung die Brennweite verstellt wurde, um Bewegung vorzutäuschen (Photoshop gabs ja damals noch nicht…). Die Einring-Bedienung dieses Schiebezooms erforderte eine leichtgängige Einstellung, da ja Entfernung und Brennweite schnell verstellt werden sollte. Nikon baute dieses Objektiv so präzise, dass es kein Schmiermittel in den beweglichen Teilen brauchte. Erst spätere Versionen wurden etwas zäher abgestimmt, weil die Kunden bemängelten, das sich der Zoomring bei gekippter Kamera gern selbstständig machte.

Micro Nikkor 105/2,8 AIS

Micro Nikkor 105/2,8 AIS

Andere Objektive, insbesondere die Micro-Nikkore, neigen hingegen zu einer gewissen Schwergängigkeit. Das liegt daran, dass diese Typen über lange Gewindegänge verfügen, meist auch mehrere, zum Teil gegenläufige Helikoide haben, mit denen Linsengruppen gegeneinander verschoben werden. Das Schmiermittel darin braucht nur etwas zäh zu werden, schon läuft der Fokus relativ schwer. Dagegen hilft nur komplette Demontage und Neuschmierung.

Letztlich ist aber die Fokusleichtgängigkeit eine persönliche Geschmacksache. Der eine mag es gern etwas straffer, die andere etwas leichtgängiger. Wenn die bei Nikonclassics angebotenen Objektive sehr deutlich in die eine oder andere Richtung tendieren, wird dies in der Beschreibung erwähnt. Im Zweifel fragen Sie uns oder probieren es einfach aus!

 

Nikon-Werbung: mal genial, mal peinlich

Die Firma Nikon hat im Laufe ihrer Geschichte stets für ihre Produkte geworben und dabei die verschiedenste Strategien gefahren, die auch je nach Land sehr unterschiedlich waren. Und auch mal mehr, mal weniger humor- und geschmackvoll.

In den frühen Jahren waren die Werbeaussagen noch eher schöngeistig und zielten mehr auf die Künstlerseelen, für die Fotografie eine Form der kreativen Selbstdarstellung ist: „Der Mensch oder die Kamera, wer ist für ein gutes Bild verantwortlich?“ fragten die Werber in dieser Anzeige.16080625523_3b7544423d_o Eine gewagte Aussage für einen Kamerahersteller, die dann auch in dem langen Text (den heutzutage niemand mehr lesen würde) ausgiebig erörtert wurde und zu dem Schluss kam: Weder das Eine noch das Andere allein, sondern beides im Zusammenspiel.

Später kam man von so tiefschürfenden Betrachtungen ab und setzte mehr auf einfache Fragen. Das Modell Nikkormat FT2 wurde in Deutschland zum Beispiel mit der Aussage beworben, eine Kamera nicht für Technikfreaks zu sein, sondern für Leute, die einfach nur fotografieren wollen:

Nikkormat FT2kDie extreme Zuverlässigkeit Ihrer Kameras stellte Nikon in der folgenden Anzeige heraus. Noch auf keiner NASA-Weltraummission seit 1971 habe es technische Probleme mit den Nikon-Kameras an Bord gegeben, so heisst es dort. Deshalb müsse man auch keine Ersatzkameras mitnehmen. Die speziell für die NASA modifizierten Sondermodelle gab es allerdings nicht regulär im Laden zu kaufen.

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Aber auch peinliche Ausrutscher passierten: der Unterschied zwischen 2 und 3 Megapixeln ist dieser schlüpfrigen Anzeige zufolge einfach nur darin zu sehen, dass „mehr auch besser ist“. Das traute sich Nikon allerdings offenbar nur in Frankreich. Ob das frauenfeindlich oder einfach nur lustig  ist, mag jede(r) für sich selbst entscheiden. Bei genauer Betrachtung ist übrigens erkennbar, dass es sich zweimal um das selbe Model handelt, ein Bild ist seitenverkehrt. Und Photoshop gab es damals ja auch schon.

Eine weiteres Motiv am Rande des guten Geschmacks ist die folgende Anzeigenidee mit dem Text „Lost myself in Nikon“ einer Koreanischen Werbeagentur, mit der Nikon vor Kurzem im asiatischen Raum warb:

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Bemerkenswert mutig und komisch war aber 1987 die folgende doppelseitige Anzeige zur Nikon F401/N4004. Eine Kamera also nicht nur für Genies (rechts) sondern auch für minder Intelligente (links). Inwieweit sich letztere dadurch zum Kauf der Kamera animieren liessen, ist mir nicht bekannt.

 

Unvergessen ist aber wohl das bekannteste Motiv mit der stark ramponierten Nikon F3 des weitgereisten STERN-Fotografen Harald Schmitt. Es macht nicht die technische Ausstattung, sondern die legendäre Unverwüstlichkeit der F3 zum Thema. Nikon war damals ja unangefochten auf Platz 1 bei den Berufsfotografen. Canon tauchte als ernsthafter Konkurrent erst im Digitalzeitalter auf.

serveimageOb diese Behauptung wirklich stimmt, wissen wir nicht, jedenfalls war es eine aussagestarke Kampagne, die nicht wenige Fotofreunde zum Kauf der F3 angeregt haben dürfte. In die gleiche Richtung gingen diese Anzeigen aus dem englischsprachigen Raum, die ebenfalls die F3-Nikons von Kriegsreportern zeigten. Die Texte: „Wir bekommen die miesesten Aufträge der Welt“ sowie „Mit irgend einer anderen Kamera in den Krieg zu ziehen wäre riskant“. Nun ja. Eine Kamera für Helden.

Ein ganz anderes Thema machte diese Anzeigen-Doppelseite zum Thema: das auch nach Einführung des Autofokus weiterhin kompatible Nikon-Bajonett.

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Alle seit 1959 gebauten 17 Millionen Nikon-Objektive passten an die F4! Und wirklich, an diese Kamera können von den alten Berg-und-Tal-Linsen bis hin zu den AF-S-Nikkoren (die es übrigens bei Einführung der F4 noch gar nicht gab!) alle Objektive mit Nikon-F-Bajonett angeschlossen werden, wenn auch teilweise mit kleinen Einschränkungen.

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Wieviel Pixel braucht der Mensch?

Sensor der Nikon D800

Sensor der Nikon D800

Die Kamerahersteller bauen Sensoren mit immer höherer Auflösung in ihre Kameras ein. Während das Nikon-Flagschiff D810 mit „nur“ 36 Megapixeln daherkommt, ist Konkurrent Canon inzwischen bei 50 MP angelangt. Der stern dagegen forderte schon 2007 „Schluss mit dem Pixelwahn“ und meinte, 6 Megapixel würden vollauf genügen. Wieviel Megapixel braucht man den nun?

Zunächst mal muss man sich klarmachen, dass in der gesamten Fotoindustrie ein starker Innovationsdruck herrscht. Schon zu analogen Zeiten kamen alle paar Jahre neue Modelle auf den Markt. Allerdings gab es damals noch wirkliche Weiterentwicklungen. Man denke nur an die Einführung von Belichtungsautomatik und Autofokus. Zwar konnte die Bildqualität von Digitalkameras auch seit Ihrer Einführung deutlich gesteigert werden, aber ausser der immer höheren Auflösung hat sich in den letzten Jahren wenig getan.

Wie wirkt sich aber nun die hohe Auflösung der Pixelmonster wie Nikon D800 auf die Bildqualität aus? Ich wollte ich es jetzt mal genau wissen. Ich habe deshalb mal von dem imaging-resource-Testbild  Ausbelichtungen im Grossformat 30x45cm machen lassen, das ist etwas grösser als DIN A3, also einer Magazindoppelseite. Die vom Labor-Marktführer Cewe empfohlene Auflösung liegt bei diesem Format übrigens bei nur 5 Megapixeln! Ich habe Dateien von 6, 12, 24 und 36 Megapixeln ausbelichten lassen. Das Ergebnis ist eine absolute Überraschung: Auf den grossen Prints ist bei normalem Betrachtungsabstand kein nennenswerter Unterschied feststellbar! OK, bei ganz genauem Hinsehen wirkt das 6MP-Bild etwas gröber in den ganz feinen Details.

Also habe ich die Prints mal auf den Scanner gelegt, um die Unterschiede in der Vergrösserung zu sehen. Dort bestätigte sich, dass das 6-Megapixel-Bild etwas weniger detailreich wirkt. Aber ob 12, 24 oder 36 Megapixel – das ist völlig egal. Schauen Sie selbst:

6 Megapixel

6 Megapixel

12 Megapixel

12 Megapixel

24 Megapixel

24 Megapixel

36 Megapixel

36 Megapixel

Grössenmassstab

Grössenmassstab

Bitte beachten Sie, dass die Bilder hier ca. 3fach vergrössert auf dem Monitor erscheinen (das Lineal im letzten Bild ist mit derselben Auflösung gescannt); reale Bildgrösse also 90 x 135 cm. Auffallend ist, dass ab 12 Megapixel keine Verbesserung mehr feststellbar ist! Das heisst also mit anderen Worten: In den allermeisten Fällen ist die hohe Auflösung aktueller Digitalkameras nicht notwendig; 12 Megapixel sind genug! Nur wenn Sie sehr grosse Ausbelichtungen – grösser als 40 x 60cm!! –  machen, sehen Sie eventuell kleine Unterschiede. Das aber auch nur dann, wenn Sie unnatürlich dicht an das Bild herangehen.

Die Kamerahersteller schlagen mit den neuen Pixelmonstern zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens haben sie vielen Konsumenten erfolgreich einreden können, dass mehr Pixel grundsätzlich bessere Fotos machen. Und zweitens machen Sie glauben, dass die alten Objektive den Anforderungen der hochauflösenden Kameras nicht mehr genügen und neue gekauft werden müssen. Bullshit!

Nikkor-Baureihen non-AI, AI, AF, AF-S

Nikkor-Baureihen non-AI, AI, AF, AF-S

Nikon hat schon immer gute und auch weniger gute Objektive gebaut (wobei „gut“ natürlich ein weiter Begriff ist). Die ganz alten Berg-und-Tal-Nikkore aus den 60ern sind hinsichtlich ihres Kontrastverhaltens sicher nicht ganz auf dem optischen Niveau der heutigen Hochleistungsobjektive mit Nanocoating. Auch die späteren Series-E-Objektive waren eher für den anspruchslosen Urlaubsknipser konzipiert. Aber die meisten AIS-Festbrennweiten der 80er und 90er Jahre können einem modernen Consumer-Zoom mühelos das Wasser reichen, und sind dabei kleiner und mechanisch weitaus stabiler. Und auch die frühen AF-Objektive sind nicht automatisch schlechter als ihre neueren Konkurrenten, manche sind sogar richtig gut. Und sie können an allen Vollformat-Nikons sowie der D500 und der D7000 ohne Einschränkung verwendet werden.

Dass die alten Objektive nicht für moderne Digitalkameras geeignet sind ist ein Märchen (mehr dazu hier). Die hochauflösenden Sensoren der neueren Kameras zeigen zwar gnadenlos jede kleinste Schwäche des Objektives (und des Fotografen…). Aber vergessen Sie nicht: die in Internet-Tests gezeigten 100%-Dateien einer Nikon D800 entsprechen einer Abbildungsgrösse von ca. 2 Metern! Schaut man sich so grosse Prints aus 40cm Entfernung an? Nein.

Wenn Sie also viel Geld sparen wollen, überlegen Sie, ob sie wirklich die neuesten Objektive brauchen. Gebrauchte Klassiker finden Sie in meinem Onlineshop. Welche Objektive an Ihre Kamera passen, sagt Ihnen mein Berat-o-mat.

AI oder nonAI – das ist hier die Frage!

Immer wieder gibt es Unklarheiten, was es mit den Bezeichnungen „AI“ und „nonAI“ auf sich hat. Was ist der Unterschied und was passt wo? Darum geht es im Folgenden.

non-Ai-Objektiv

nonAi-Objektiv mit „Hasenohr“

„AI“ ist die Abkürzung für „Automatic Indexing“, und beschreibt das 1977 eingeführte System der Blendenübertragung zwischen Objektiv und Kameragehäuse. Der im Kameragehäuse eingebaute Belichtungsmesser kennt ja die am Objektivring eingestellte Blendenöffnung nicht. Deshalb  muss sie ihm auf mechanischem Weg übermittelt werden, damit er die dazu passende Belichtungszeit anzeigt oder auch selbsttätig einstellt. Vor 1977 gab es an den Objektiven dazu nur die Blendenkupplung über eine Mitnehmergabel, die sogenannten „Hasenohren„. Am Blendenring des Objektives war ein kleiner geschlitzter Blechwinkel angebracht, der in einen beweglichen Kupplungsstift am Kameragehäuse geführt wurde. Der Objektivwechsel gestaltete sich dadurch etwas fummelig.

Ai-Kupplung am Objektiv

Ai-Kupplung am Objektiv

So ersannen die Nikon-Ingenieure die AI-Kupplung, mit der der Objektivwechsel wesentlich flüssiger vonstatten ging. Im Blendenring war nun nur noch eine Stufe, die in einen radial geführten Mitnehmer am Bajonett der Kamera einhakte. Allen Nikon-Gehäusen ab Baujahr 1977 wurde diese AI-Kupplung verpasst. Ebenso wurden die Objektive auf AI umgestellt, allerdings wurde an allen manuellen Objektiven (ausser der Serie E) weiterhin die Hasenohren montiert, damit sie noch an die alten Kameramodellen passten. Allerdings wurde bei den AI-Objektiven die Mitnehmergabel mit zwei weiteren Löchern versehen, damit die zweite kleine Blendenskala, die in den Sucher einiger Kameras eingespiegelt wurde, besser ablesbar war. Womit auch gleich die auffälligsten Unterscheidungsmerkmale erwähnt sind, denn nonAI-Linsen haben nur eine Blendenskala und einen Schlitz in der Mitnehmergabel.

Viele Jahre lang bot Nikon übrigens noch an, die alten Objektive mit einem neuen Blendenring zu versehen und damit AI-kompatibel zu machen. Diesen Service gibt es zwar nicht mehr, aber viele alte konvertierte Objektive sind noch im Umlauf. Heute gibt es nur noch die Möglichkeit, den Blendenring bei nonAI-Objektive partiell abzufräsen, um so eine AI-Kupplung zu erzeugen. Das sollte man wenn überhaupt aber Fachleuten überlassen.

Die Ai-Kupplung am Kameragehäuse

Die Ai-Kupplung am Kameragehäuse

Was passt nun wo? NonAI-Objektive können nur an den Nikkormat-Kameras (ausser FT3) sowie an der F-Reihe und an der F2, F2S und F2SB in vollem Umfang verwendet werden (hier mehr dazu). Mit Gebrauchsblendenmessung ist aber auch ein Einsatz an der F2A, F2AS, F3, F4 sowie FE und FM möglich, denn diese Kameras verfügen über eine einklappbare AI-Kupplung. Diese stösst nämlich sonst an den breiteren Blendenring des nonAI-Objektives.

An Digitalen Nikons können nonAI-Objektive aber auch verwendet werden, allerdings nur an den einfachen DX-Kameras, und auch nur ohne interne Belichtungsmessung. Die grosse Ausnahme ist aber die Nikon Df: an ihr können auch nonAI-Objektive mit allen Belichtungsmesserfunktionen und Zeitautomatik verwendet werden. Die am Objektiv eingestellte Blende muss dazu auch am Drehrad des Kameragehäuses eingestellt werden. Bei AI-Objektiven wird die Blende einfach nur am Objektiv eingestellt.

Die besser ausgestatteten Digitalen Nikons brauchen AI- oder die etwas neueren AIS-Objektive. Damit ist sowohl Zeitautomatik als auch manuelle Innenmessung und meist sogar Matrixmessung möglich. Auch die TTL-Blitzmessung funktioniert. Hier lesen Sie mehr dazu.

Die analogen Nikons nach 1977 wie FM2, FE2, FA, FG, und EM sind für AI- oder AIS-Nikkore ausgelegt. Auch die Objektive der Serie E können Sie verwenden.

Kaufen können Sie diese beide Serien, nonAI und AI, bei Nikonclassics.

E-Nikkore nicht analogtauglich

Foto: Nikon

Foto: Nikon

Wenn bei den neuesten Nikkoren in einem Objektivname hinter der Angabe der Blende der Buchstabe „E“ steht, handelt es sich um ein Objektiv mit elektromagnetischer Blende. Diese Objektive sind leider nicht mehr mit analogen Kameras kompatibel.

Aber nicht nur das: auch an den älteren Digitalkameras der D1-Serie, D2-Serie, D40-Serie, D50, D60, D70-Serie, D80, D90, D100, D200 und D3000 sowie der 1J5 (mit Adapter) funktionieren diese Linsen nicht. Darüber informiert Nikon hier. Die betroffenen Objektive sind das AFS-Nikkor 24-70/2,8 VR, das 200-500/5,6 VR, das 300/4 VR sowie das DX 16-80/2,8-4 VR und die lichtstarken Teles 500/4 VR und 600/4 VR.

Die Blendenlamellen werden bei diesen Objektiven mit einem Motor bewegt. Dieser erhält Strom und Steuersignal aus dem Kameragehäuse. Bei Objektiven der Typen D und G werden die Blendenlamellen dagegen mechanisch über einen Hebel bewegt.

Insgesamt eine bedauernswerte Entwicklung weg von Mechanik und hin zu Elektronik. Dass Nikon in der Lage war, präzise mechanische Schnittstellen zu bauen, die über viele Jahrzehnte auch problemlos funktionierten, haben sie ja bewiesen. Indes ist Elektronik wohl billiger zu produzieren und somit im wettbewerbsorientiertem Markt profitabler zu verkaufen. Gelackmeiert sind die Besitzer älterer Digital- und auch Analogkameras, denen nun die neuesten Nikkore nicht zur Verfügung stehen. Aber so schlimm ist das ja auch wieder nicht: bei Nikonclassics gibt es schliesslich auch ältere Linsen in hervorragendem Zustand!

Ach ja: Bitte nicht verwechseln: die neuen „E-Nikkore“ haben nichts mit den Objektiven der „E-Serie“ zu tun. Das war die „Economy“-Reihe in den 80er Jahren bei Nikon. Mehr dazu hier.

…und es ward Licht. Blitze für Analogkameras

Der Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei Automatikbereiche, Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 (100ASA)

Der „Computerblitz“ Nikon SB-10, ideal für Kameras wie Nikon FM oder FM2. Zwei „Computerblenden“ und Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Leitzahl 25 bei 100 ISO

Ein Blitzgerät stellt eine einfache Möglichkeit dar, Fotos auch dann noch zu machen, wenn es eigentlich dafür zu dunkel ist. Im Folgenden möchte ich kurz die Funktionsweisen der verschiedenen Entwicklungsstufen der Blitzgerätetechnik erläutern. Sie waren ja nicht immer so ausgefeilt wie sie heute sind.

Kolbenblitz Nikon BC-7

Kolbenblitz Nikon BC-7

Nachdem in der Frühzeit der Photographie noch mit brennbarem Magnesiumpulver hantiert worden war, kam man bald auf die Idee, ein Magnesiumband in sauerstoffgefüllte Glasbirnchen zu verbannen, die dann über eine Batterie gezündet wurden. Der rauchfreie Kolbenblitz war geboren. Das gleiche Prinzip kam auch in den beliebten Blitzwürfeln zur Anwendung, die noch in den 70er Jahren bei einfachen Amateurkameras breite Anwendung fanden. Kolbenblitzbirnen und Blitzwürfel brannten aber nur einmal mit voller Leistung ab und waren danach verbraucht – eine auf Dauer nicht sehr wirtschaftliche Lösung. So entwickelten schlaue Erfinder den Elektronenblitz, bei dem in einem mit Edelgasen gefüllten Glasröhrchen durch das kurzzeitige Anlegen einer Hochspannung von über 1000 Volt ein sehr kurzer, aber heller Blitz erzeugt wird. Da bei diesem Vorgang nichts verbrennt, ist diese Blitzröhre beliebig oft wiederholt einsetzbar, der Wegwerfblitz war passé.

Speziell für die Kameramodelle Nikon EM und FG-20 ist der SB-E konzipiert. In Verbindung mit diesen beiden Kameras verfügt er über drei Computerblenden, die direkt am Kameraobjektiv gewählt werden. Dies bedeutet einen Komfort wie bei den TTL-Geräten, obwohl die Lichtdosierung über die Meßzelle im Blitzgerät erfolgt.

Speziell für die Nikon EM und FG-20 ist der SB-E konzipiert. In Verbindung mit diesen beiden Kameras verfügt er über drei Computerblenden, die direkt am Kameraobjektiv gewählt werden.

Wie nun aber die Kamera einstellen? Da lautete die Faustregel: Blitzstärke („Leitzahl“) geteilt durch Entfernung gleich Blende. Also musste zum Beispiel bei einem Blitzgerät mit Leitzahl 24 und einem Motivabstand von 3 Metern die Blende 8 an der Kamera eingestellt werden, 100 ISO vorausgesetzt. Sehr umständlich.  Man kam zwar auf die Idee, die Blendeneinstellung mit der Enfernungseinstellung zu koppeln und so für die richtige Belichtung zu sorgen, aber wirklich praktikabel war das nicht. Von  Nikon gab es nur ein Objektiv, das das konnte (das GN-Nikkor 45/2,8). Findige Ingenieure entwickelten aber bald eine Automatik, die während der Aufnahme über eine im Blitzgerät eingebaute Messzelle das vom Motiv reflektierte Licht messen konnte und so die Blitzleistung entsprechend anpasste. Man nannte diese Technik damals etwas hochtrabend „Computerblitz„, obwohl das natürlich mit unseren heutigen Computern wenig zu tun hat. Aber immerhin vereinfachte es die Blitztechnik enorm. Bei etwas besseren Blitzgeräten waren mehrere „Computerblenden“ wählbar, der Fotograf musste nur drauf achten, an der Kamera die gleiche Blendenzahl einzustellen wie am Blitz. Der Nikon-Blitz SB-10 ist ein typischer Blitz aus dieser Zeit.

Der Nikon SB-12 ist ein Blitzgerät speziell für die F3-Reihe und ermöglicht Blitzaufnahmen mit TTL-Messung

Der Nikon SB-12 ist ein Blitzgerät speziell für die F3-Reihe und ermöglicht Blitzaufnahmen mit TTL-Messung

Die im Blitzgerät eingebaute Messzelle hatte aber den Nachteil eines festen Blickwinkels, was bei extremen Weitwinkel- oder Teleaufnahmen zu Fehlbelichtungen führen konnte.  So kamen die fleissigen Techniker auf die Idee, diese Messzelle vom Blitzgerät in die Kamera zu verlegen. Gemessen wurde jetzt das während der Belichtung vom Film reflektierte Licht, die Blitzleistung in Echtzeit dabei angepasst. Das funktionierte natürlich mit jeder Brennweite gleich gut, und auch die Blende musste nicht mehr am Blitzgerät eingestellt werden, denn sie wurde ja schon im Ergebnis berücksichtigt. Diese Methode wurde „TTL-Blitzen“ (Through The Lens) genannt. Dabei mussten sich allerdings das Blitzgerät und die Kamera gut miteinander verstehen, sprich elektronisch kompatibel sein. Da kochte nun jeder Kamerahersteller sein eigenes Süppchen und der Systemkuddelmuddel begann. Bei Nikon ging es 1980 los mit dem SB-11 für die F3. Es folgten eine Vielzahl von Geräten, die sich in Leistung und Ausstattung unterschieden. Einfache Blitze haben einen starren oder nur nach oben schwenkbaren Reflektor, die leistungsstarken Profimodelle verfügten über einen rundum schwenkbaren Blitzkopf. Der SB-24  und SB-26 sind klassische TTL-Blitze dieser ersten Generation aus den späten 80ern und 90ern. Sie verfügen auch über ein „AF-Illuminator“ genanntes Hilfslicht, das Autofokus auch bei Dunkelheit ermöglicht. Mit den aufkommenden „D“-Nikkoren wurde auch die eingestellte Entfernung mit in der Belichtungsmessung berücksichtigt. Ausserdem wurden Features wie „3D-Multisensor-Aufhellblitz“, „FP-Kurzeitsynchronisation“ und „Matrixgesteuerte Blitzbelichtung“ eingeführt. Lassen Sie sich nicht verwirren: so wichtig ist das alles erst mal nicht. Wer es genau wissen will, kann das hier alles nachlesen.

Der SB-24 war das Flaggschiff der Autofokus-Reihe und bot eine moderne Ausstattung. Zum Beispiel die automatische Brennweitenanpassung und die Synchronisation auf den zweiten Verschlußvorhang. Zusätzlich zur TTL-Steuerung gibt es 6 Computerblenden von 2 bis 11 und 5 manuelle Leistungsstufen. Ausserdem ist Stroboskopbetrieb möglich.

Der SB-24 bot als Flaggschiff der AF-Reihe automatische Brennweitenanpassung und Synchronisation auf den 2. Verschlußvorhang. Zusätzlich zur TTL-Steuerung gibt es 6 „Computerblenden“ und 5 manuelle Leistungsstufen. Auch Stroboskopbetrieb ist möglich.

Dann wurde Fotografie digital. Und die Messung während der Belichtung funktionierte nicht mehr, denn der Sensor oder genauer gesagt der Anti-Aliasing-Filter reflektierte das Licht ganz anders. Es kam also wieder etwas neues: die TTL-Blitzsteuerung mit Messblitz. Dabei wird nach dem Hochklappen des Spiegels kurz vor der Belichtung ein schwacher Vorblitz erzeugt, dessen Reflexion von dem noch geschlossenem Schlitzverschluss  zur Ermittlung der nötigen Blitzstärke des Hauptblitzes verwendet wird. Nikon nannte dieses Verfahren D-TTL. Vertreter dieser Gattung sind die Blitze SB-28DX, SB-50DX und SB-80DX. D-TTL wurde von Nikon nur bei der ersten Serie digitaler Spiegelreflexkameras eingesetzt (D1-Serie und D100)

Dieses Verfahren erwies sich allerdings nicht als sehr zuverlässig, es wurde weiterentwickelt und so wurde Nikons D-TTL ab 2003 von dem derzeitig aktuellem i-TTL abgelöst. Hierbei wird die Blitzmessung komplett von der Kamera übernommen und findet auf der Suchermattscheibe statt. Der Messblitz wird bei noch geöffneter Blende abgegeben, bevor der Spiegel umklappt. Erstmals sieht der Fotograf nun den Blitz im Spiegelreflexsucher, auch wenn es noch nicht der Hauptblitz ist. Ausserdem wurde das drahtlose Steuerungssystem Nikon CLS integriert. Alle Nikon-Blitze mit dreistelliger Zahl  sind i-TTL-Blitze, wobei SB-800 und SB-600 als einzige ausserdem auch D-TTL beherrschen.

Der Nikon SB-15 kann TTL-blitzen mit der Nikon F4, FE-2, FA, FG, EM, FG-20 und F-301 bis F-801 Zwei Automatikbereiche, Schwenkreflektor, PC-Anschlussbuchse z.B. für Funkauslöser. Leitzahl 25 (100ASA).

Der Nikon SB-15 kann TTL-blitzen mit der Nikon FE-2, FA und anderen. Zwei Automatikbereiche, Schwenkreflektor, Leitzahl 25 (100ASA).

Bei den älteren, analoge Kameras stellt sich nun die Frage, welcher Blitz zu welcher Kamera passt. Die gute Nachricht zuerst: Im wesentlichen ist alles abwärts kompatibel, d.h. die neueren Blitzgeräte funktionieren auch mit älteren Kameras. So könnten Sie auch eine 80er-Jahre Nikon FE-2 mit einem SB-800 mit TTL-Blitzmessung betreiben. Allerdings sind die aktuellen Blitzgeräte ab SB900 nicht mehr mit Analogkameras kompatibel.

Natürlich passt zu einer analogen Kamera stilistisch besser ein Blitzgerät aus der jeweiligen Zeit. Bei der F, F2 und F3 ist noch zu beachten, dass sie keinen Standard-Blitzschuh haben, sondern spezielle Blitzgeräte (oder Adapter) benötigen. In der folgenden Übersicht ein paar gut passende Kombinationen von Kompaktblitzen mit Analogen Kameras:

Nikon FSB-2
Nikkormat EL, FT2, FT3SB-3, SB-4
Nikon F2SB-7
Nikon EL2, FM, FE, FM2SB-9, SB-10
Nikon FE2, FA, FM3aSB-15, SB-16B
Nikon EM, FG20SB-E, SB-19
Nikon F3, F3HPSB-12, SB-16A, SB-17
Nikon FGSB-15, SB-18
Nikon F501, F601, F801SB-20, SB-22, SB-23
Nikon F4SB-24
Nikon F90, F100SB-25, SB-27
Nikon F5SB-26, SB-28
Nikon F6SB-800

Das sind aber ein nur paar Empfehlungen, weitere Kombinationen sind durchaus möglich. Viele diese Blitzgeräte finden Sie im Angebot von Nikonclassics. Alle oben erwähnten Nikon-Blitze aus der analogen Zeit sind auch mit Digitalkameras verwendbar, allerdings ist kein TTL-Blitzen möglich. Es können jedoch die „Computerblenden“ verwendet werden. Nicht berücksichtigt in der Aufstellung sind die Stabblitze SB-5 und SB-11(TTL) sowie die Makroblitze SB-21 und SB-29(TTL).

Weiterführende links:

Nikon System online

Wikipedia

Wayne Fulton