Archiv für den Autor: Nikonclassics

Warum Nikonclassics kein „An-und Verkauf“ ist

Fotoläden und Onlineshops , die den An- und Verkauf von Kameras und Objektiven betreiben gibt es viele. Die Geräte werden vom Händler angekauft und – so wie sind sind – wieder zum Verkauf angeboten. Bei Nikonclassics ist das ganz anders. Warum?

Weil wir bei Nikonclassics aus langer Erfahrung wissen, daß alte Kameras und Objektive auch durchaus ihre Tücken haben können. Deshalb werden diese schönen Geräte bei uns wieder sorgfältig aufgearbeitet und so gut es geht in einen neuwertigen Zustand versetzt. Manche Gebrauchsspuren können wir zwar nicht beseitigen, aber wir tun unser Bestes, damit unsere Kunden noch viele Jahre Freude an ihrem Kauf haben.

Die mechanischen und auch die elektronischen Bauteile bei alten Nikon-Kameras sind zwar durchaus langlebig konstruiert. Aber es gibt auch Teile, die ihre Lebensdauer längst beendet haben, was allerdings nicht immer gleich auffällt. Erst bei Öffnen der Rückwand merkt man dann, daß die in den umlaufenden Rillen liegende Lichtdichtung sich in eine schmierige Masse verwandelt hat und nun an der Rückwand klebt. Deren Brösel schlimmstenfalls auch noch Schaden anrichten können. Und der 30 Jahre alte Spiegeldämpfer den Spiegel auch nicht mehr weich abfängt, weil er nicht mehr elastisch oder sogar schon zu Teer mutiert ist. Die Folgen sind dann ein scheppernder Spiegelschlag oder weiße Streifen auf den Bildern durch Lichteinfall.

Wir bringen das in Ordnung. Wir ersetzen bei allen angebotenen Kameras wenn nötig die zerbröselte Schaumstoff-Scharnierdichtung und die Rückwanddichtungen durch langlebigen Zellkautschuk, in perfekten Streifen mit korrekter Breite zugeschnitten. Die Kameras erhalten  einen neuen hochelastischen Spiegeldämpfer, der den Umlenkspiegel wieder weich auffängt und vagabundierendes Licht ausschliesst. Dazu verwenden wir frisch aus Japan importiertes Original-Dichtungsmaterial, das auch die Kamerahersteller in den 70er und 80er Jahren verwendet haben.

Viele andere Händler bieten Kameras an, an denen schwer zu beschaffende Kleinteile nicht dabei sind. Bei der FE/FM-Serie fehlen beispielsweise gerne mal die gummierten Okulargläser, die leider in der Wiederbeschaffung nicht ganz billig sind. Auch Gurtösen sowie die Deckel für Objektiv- und Syncroanschluss fehlen oft. Achten Sie mal bei Angeboten der Nikon FG und FA darauf, ob auch das kleine abschraubbare Griffstück dabei ist. Und wenn im Boden der F2 oder F3 der Einschraubdeckel vom Motoranschluss fehlt, sieht es ganz schlecht aus: bei der F3 kann man sich noch notfalls mit Klebeband behelfen, bei der F2 lässt sich ohne den Deckel die Rückwand nicht mehr öffnen. Und diese Teile sind nur äusserst schwer auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Bei Nikonclassics werden alle diese Kleinteile aus unseren Beständen ergänzt.

Auch bei gebrauchten Objektiven gibt es einige Dinge zu beachten. Die Fokuseinstellung sollte sämig und gleichmäßig laufen, oft ist aber das Fett verharzt oder vertrocknet. Bei Nikonclassics wird das nötigenfalls neu abgestimmt, justiert und übermäßiger Staub aus dem optischen System entfernt. Einige Linsen neigen zu verölten Blenden, die dann nicht mehr richtig funktionieren. Auch das reparieren wir. Alle Objektive werden mit Deckeln und soweit vorhanden einer Anleitung ausgeliefert.

Natürlich werden nach dem Ankauf alle Artikel bei uns sorgfältig und professionell gereinigt. Wir bieten eine 1-jährige Gewährleistung auf alles, was nicht älter als 20 Jahre ist. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir für ältere Kameras, deren Herstellergarantie schon längst abgelaufen ist, keine Gewährleistung geben können. Daß Kameras, Objektive und sonstige Zubehörteile einer Funktionskontrolle unterzogen werden versteht sich aber von selbst. Wenn uns dabei doch mal etwas entgehen sollte oder Ihnen etwas nicht gefällt haben Sie für jeden Kauf bei Nikonclassics selbstverständlich ein 14-tägiges Rückgaberecht, ohne wenn und aber.

 

 

Nikon F90: perfekte Belichtung mit Highspeed-Fokus


Die Nikon F90 wurde 1992 in eine Zwischenwelt geboren: Nicht so robust wie das Profimodell Nikon F4, aber deutlich besser ausgestattet als die MIttelklasse-Nikons F501 und F601. Die F90 kam in mehreren Varianten auf den Markt. Neben der Standardversion die F90D mit serienmäßiger Datenrückwand MF-25, die F90S mit Multifunktionsrückwand MF-26 sowie ab 1994 die grundlegend verbesserte Nikon F90X.

Nikon war in diesen Jahren noch unbestrittener Weltmarktführer bei den Profikameras, aber in einer Zwangsituation: Weiterlesen

MD-12 – der Motor zur FM/FE-Familie

Wer mit dem smartphone fotografiert, kennt das Geräusch. Der künstlich eingespielte Ton vieler smartphone-Foto-Apps ähnelt dem einer Nikon mit angeschlossenem MD-12. Zugegeben,  unauffälliges fotografieren geht damit nicht mehr. Dafür bietet der MD-12 aber Vorteile, die man nicht sofort vermuten würde.

Denn mit angeschlossenem MD-12 liegt eine Nikon FM, FE, FM2, FE2, FM3a oder FA deutlich Weiterlesen

Die Referenz: Micro-Nikkor 55/2,8 AIS

Wenn ein technisches Gerät seit vierzig (40!) Jahren unverändert gebaut wird, dann ist es schon etwas ganz besonderes. Es ist ein Zeichen dafür, daß dem Hersteller etwas ganz Ungewöhnliches gelungen ist.

Im Jahr 1979 (in Nicaragua tobt die Revolution, in der Bundesrepublik wird Franz-Josef Strauß Kanzlerkandidat) erblickte das Nikon Micro-Nikkor 55/2,8  das Licht der Welt. Wie konnte es zu einem derartigen Klassiker werden, daß es heute noch neu erhältlich ist? Nun, die Nikon-Ingenieure nahmen ein sehr gutes Objektiv (das Micro-Nikkor 55/3,5) und machten es noch besser. Die Lichtstärke wurde um eine halbe Blende erhöht, um die Gefahr des Abdunkelns des Schnittbild-Entfernungsmessers zu minimieren. Aber das ist noch nicht das ausschlaggebende.

Herkömmliche Objektive sind meist für einen bestimmten Entfernungsbereich optimiert. Ein normales Nikkor 50/1,4 erzielt Weiterlesen

Nikkormat EL – Nikons erste Automatik-SLR

Ein Meilenstein im Kamerabau ist die Nikkormat EL, eine schwere Spiegelreflexkamera, die als erste Nikon einen elektronisch gesteuerten Verschluss hatte. Bisherige Nikkormat-Modelle und auch die Nikon F und F2 funktionierten rein mechanisch, die Batterie wurde nur für den Belichtungsmesser gebraucht. Weiterlesen

Nikons neue Spiegellose – stirbt die Spiegelreflex?

 

Nach jahrelangen Gerüchten um die Entwicklung einer neuen Spiegellosen Vollformatkamera hat Nikon nun vor kurzem die neuen Modelle Z6 und Z7 vorgestellt. Sie verfügen über ein neues Bajonett und ein paar wenige Objektive sind auch schon dafür erhältlich. Ist das Ende der Spiegelreflex-Ära damit eingeläutet? Wird das legendäre F-Bajonett sterben?

Zunächst sollte man sich klar machen, daß es „spiegellose“ Kameras ja schon sehr lange gibt. Genau genommen ist ja die Spiegelreflexkamera eine Weiterentwicklung der „spiegellosen“ Messsucherkamera. Die Nikon-Geschichte begann mit der Nikon I Ende der vierziger Jahre, und Weiterlesen

Nikon F3 – die Sondermodelle

Die Nikon F3 war eine der bliebtesten Profikameras, und das nicht ohne Grund: hatte sie doch den unschätzbaren Vorteil der modularen Bauweise. Suchersysteme, Mattscheiben, Rückwände, Motor, alles liess sich auswechseln. Aber trotzdem gab es für besondere Anwendungen noch ein paar Sondermodelle, von denen im folgenden berichtet werden soll.

Analog zur superrobusten F2 Titan wollte Nikon auch den professionellen Anspruch der Nachfolgerin durch ein Gehäuse aus Titan unterstreichen. Bei der Nikon F3T (Titan) sind alle Außenkappen aus dem widerstandsfähigen und leichten Titan gefertigt. Sie war nur mit HP-Sucher erhältlich. Die erste Serie wurde noch in einem hellen Farbton lackiert. Dieser Lack haftet leider nicht sehr gut auf der Titanoberfläche, so dass er relativ leicht abblättert. Später wurde die Nikon F3T mit einer etwas besseren schwarzen Lackierung mit strukturierter Oberfläche ausgeliefert.

Meine Meinung zur F3T: eine ausgesprochene Sammlerkamera. Ausstattung identisch mit der Weiterlesen

Nikon F4 – das Arbeitspferd der Neunziger

Nikon F4s

F4s mit Batterieteil MB-21 und Zoom-Nikkor 70-210/4 AF

Als ich 1989, im Jahr des Falls der Berliner Mauer,  das erste Mal eine Nikon F4 in die Hand nahm, war ich begeistert. Sie lag trotz ihres etwas höheren Gewichtes auf Anhieb viel satter und angenehmer in der Hand als meine bisherigen F3 und FE-2-Nikons. Und das Arbeiten damit war ein Traum. Kein Wunder, denn die Nikon F4 war für ihre Zeit revolutionär. Sie war:

  • die erste Profikamera der Welt mit Autofokus.
  • die erste Profikamera der Welt mit eingebautem Motorantrieb.
  • die erste Profikamera der Welt mit moderner Matrixmessung.
  • die erste Profikamera der Welt mit Zeit- Blenden- und Programmautomatik.

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Ein Blick in Nikons Geheimarchiv

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Wer diesen Sommer in Tokyo war, konnte eine seltene Überraschung erleben: Nikon erlaubte aus Anlass seines 100. Geburtstages einen Blick in sein geheimes Archiv von Kameraprototypen. In einer Sonderausstellung im Nikon-Museum wurden Kameraentwürfe präsentiert, die sowohl Entwicklungsstufen einzelner Modelle zeigten, aber auch nie verwirklichte Features erkennen liessen. Sogar Kameramodelle, deren Weiterentwicklung später verworfen wurde, waren zu sehen. Weiterlesen

„Reflex“ – Top oder Flop?

Das Comeback der analogen Fotografie nimmt immer mehr Fahrt auf. Neben dem Versuch, alte Ostblock-Kameras als moderne Klassiker zu verkaufen, gibt es aber noch ein anderes, höchst interessantes Projekt. Gradezu revolutionär mutet die Idee an, eine analoge Speigelreflexkamera nicht nur mit einem auswechselbaren Filmmagazin auszustatten, sondern auch mit verschiedenen Anschlussplatinen für unterschiedliche Objektivbajonette. Aber ist das realistisch?

Bildschirmfoto 2017-11-21 um 11.56.38 (2) Weiterlesen