Wieviel Pixel braucht der Mensch?

Sensor der Nikon D800

Sensor der Nikon D800

Die Kamerahersteller bauen Sensoren mit immer höherer Auflösung in ihre Kameras ein. Während das Nikon-Flagschiff D810 mit „nur“ 36 Megapixeln daherkommt, ist Konkurrent Canon inzwischen bei 50 MP angelangt. Der stern dagegen forderte schon 2007 „Schluss mit dem Pixelwahn“ und meinte, 6 Megapixel würden vollauf genügen. Wieviel Megapixel braucht man den nun?

Zunächst mal muss man sich klarmachen, dass in der gesamten Fotoindustrie ein starker Innovationsdruck herrscht. Schon zu analogen Zeiten kamen alle paar Jahre neue Modelle auf den Markt. Allerdings gab es damals noch wirkliche Weiterentwicklungen. Man denke nur an die Einführung von Belichtungsautomatik und Autofokus. Zwar konnte die Bildqualität von Digitalkameras auch seit Ihrer Einführung deutlich gesteigert werden, aber ausser der immer höheren Auflösung hat sich in den letzten Jahren wenig getan.

Wie wirkt sich aber nun die hohe Auflösung der Pixelmonster wie Nikon D800 auf die Bildqualität aus? Ich wollte ich es jetzt mal genau wissen. Ich habe deshalb mal von dem imaging-resource-Testbild  Ausbelichtungen im Grossformat 30x45cm machen lassen, das ist etwas grösser als DIN A3, also einer Magazindoppelseite. Die vom Labor-Marktführer Cewe empfohlene Auflösung liegt bei diesem Format übrigens bei nur 5 Megapixeln! Ich habe Dateien von 6, 12, 24 und 36 Megapixeln ausbelichten lassen. Das Ergebnis ist eine absolute Überraschung: Auf den grossen Prints ist bei normalem Betrachtungsabstand kein nennenswerter Unterschied feststellbar! OK, bei ganz genauem Hinsehen wirkt das 6MP-Bild etwas gröber in den ganz feinen Details.

Also habe ich die Prints mal auf den Scanner gelegt, um die Unterschiede in der Vergrösserung zu sehen. Dort bestätigte sich, dass das 6-Megapixel-Bild etwas weniger detailreich wirkt. Aber ob 12, 24 oder 36 Megapixel – das ist völlig egal. Schauen Sie selbst:

6 Megapixel

6 Megapixel

12 Megapixel

12 Megapixel

24 Megapixel

24 Megapixel

36 Megapixel

36 Megapixel

Grössenmassstab

Grössenmassstab

Bitte beachten Sie, dass die Bilder hier ca. 3fach vergrössert auf dem Monitor erscheinen (das Lineal im letzten Bild ist mit derselben Auflösung gescannt); reale Bildgrösse also 90 x 135 cm. Auffallend ist, dass ab 12 Megapixel keine Verbesserung mehr feststellbar ist! Das heisst also mit anderen Worten: In den allermeisten Fällen ist die hohe Auflösung aktueller Digitalkameras nicht notwendig; 12 Megapixel sind genug! Nur wenn Sie sehr grosse Ausbelichtungen – grösser als 40 x 60cm!! –  machen, sehen Sie eventuell kleine Unterschiede. Das aber auch nur dann, wenn Sie unnatürlich dicht an das Bild herangehen.

Die Kamerahersteller schlagen mit den neuen Pixelmonstern zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens haben sie vielen Konsumenten erfolgreich einreden können, dass mehr Pixel grundsätzlich bessere Fotos machen. Und zweitens machen sie glauben, dass die alten Objektive den Anforderungen der hochauflösenden Kameras nicht mehr genügen und neue gekauft werden müssen. Bullshit!

Nikkor-Baureihen non-AI, AI, AF, AF-S

Nikkor-Baureihen non-AI, AI, AF, AF-S

Nikon hat schon immer gute und auch weniger gute Objektive gebaut (wobei „gut“ natürlich ein weiter Begriff ist). Die ganz alten Berg-und-Tal-Nikkore aus den 60ern sind hinsichtlich ihres Kontrastverhaltens sicher nicht ganz auf dem optischen Niveau der heutigen Hochleistungsobjektive mit Nanocoating. Auch die späteren Series-E-Objektive waren eher für den anspruchslosen Urlaubsknipser konzipiert. Aber die meisten AIS-Festbrennweiten der 80er und 90er Jahre können einem modernen Consumer-Zoom mühelos das Wasser reichen, und sind dabei kleiner und mechanisch weitaus stabiler. Und auch die frühen AF-Objektive sind nicht automatisch schlechter als ihre neueren Konkurrenten, manche sind sogar richtig gut. Und sie können an allen Vollformat-Nikons sowie der D500 und der D7000 ohne Einschränkung verwendet werden.

Dass die alten Objektive nicht für moderne Digitalkameras geeignet sind ist ein Märchen (mehr dazu hier). Die hochauflösenden Sensoren der neueren Kameras zeigen zwar gnadenlos jede kleinste Schwäche des Objektives (und des Fotografen…). Aber vergessen Sie nicht: die in Internet-Tests gezeigten 100%-Dateien einer Nikon D800 entsprechen einer Abbildungsgrösse von ca. 2 Metern! Schaut man sich so grosse Prints aus 40cm Entfernung an? Nein.

Wenn Sie also viel Geld sparen wollen, überlegen Sie, ob sie wirklich die neuesten Objektive brauchen. Gebrauchte Klassiker finden Sie in meinem Onlineshop. Welche Objektive an Ihre Kamera passen, sagt Ihnen mein Berat-o-mat.

20 Gedanken zu „Wieviel Pixel braucht der Mensch?

  1. Filmfrollein

    Das mit den neuen Objektiven ist darauf zurück zu führen, dass die allermeisten Objektive die 36 Mpx nicht schaffen und die reale Auflösung guter Objektive im oberen 20er-Bereich liegt. Das wäre für mich aber kein Anreiz, ein Objektiv zu kaufen, das 36 Mpx optisch auflösen kann, sondern eine Kamera, die meine Ressourcen nicht so sinnlos vergeudet.

    Dummerweise ist die D800 auch die erste Wahl, wenn es um Dynamikumfang und ein seriöses, langlebiges Gehäuse geht (D4 vielleicht mal auf selber Ebene ausgeklammert). D6xx und D750 sind qualitativ und bedienungsmäßig ja leider so im Bereich einer D90 angesiedelt. Bleibt noch die Df mit den 16 Mpx des D4-Sensor, manuellen Einstellrädern, Metallgehäuse, festem Bildschirm – eigentlich perfekt, aber der Akku der Dxxxx-Reihe und bloß ein SD-Kartenslot verunsichern mich enorm.

    Am Ende steht die Frage: D700, D800 oder Df? Nikon hat leider nicht den perfekten Mittelweg im Programm. Alle haben Vor- und Nachteile …

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  2. Randle P. McMurphy

    Ich habe als Weihnachtsgeschenk ein Kindebild meines Sohnes auf
    unserem Epson Plotter in der Größe 60×80 gedruckt.
    Fotografiert mit meiner ersten (privaten) DSLR einer Canon 350D
    (Baujahr 2006) mit gerade einmal 8 Megapixel.
    Das Ergebnis war/ist für den normalen Nutzer/Betrachter mehr als
    ausreichend – die Optik war ein „günstiges“ Sigma Telezoom.

    Was aber wenn ein Fachmann oder Kunde sein kritisches Auge darauf
    werfen würde ? Welcher Profi kann sich hier eine Schwäche leisten ?
    Ob 36 oder gar 50 Megapixel sein müssen darüber kann man(n) sich
    streiten was aber den Dynamikumfang einer Nikon D800 betrifft bin
    ich glücklich und zufrieden damit.

    Das eine Nikon D700 immer noch für 80% aller Aufgaben ausreichend
    ist kann ich getrost zugeben denn sie ist zusätzlich vor kurzem in meine
    Fototasche gewandert – gerade weil allerlei Amateur immer wieder das Neuste
    in Händen halten muss sind diese ehemaligen Highendprodukte heute günstig
    aus der „Bucht“ zu fischen – dem Herrn sei Dank !

    Wie sonst wäre ich zu meinen Nikon F – F2 – F3 -F4 oder F5´s gekommen ?
    Wie sonst würde ich mir für meine private Fotografie ganz entschleunigt
    ein Nikkor AIs 2,0/135 oder Nikkor AIs 1,8/105 leisten können ?
    Wer weis was diese ehemaligen „Kronjuwelen“ damals gekostet haben wird
    sicher mit mir im Verein rufen „öfter mal was Neues“ auf das das Alte billiger
    zu haben (schätzen) ist !

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  3. Randle P. McMurphy

    @Filmfrollein

    Auf die Nikon Df bin ich schon seit langem scharf – nur nicht zu dem Preis.
    So warte ich bis Nikon mit seinen neuen Nikon 5D und Nikon 500D dem Kunden
    den Mund wässerig und den Geldbeutel offen macht meine alten Pre-AI Nikkore
    warten so lange geduldig in ihrem Kästchen !

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  4. Ulf

    Zunächst einmal stimme ich Randle P. McMurphy zu. Ohne diese ständigen Weiterentwicklungen hätte ich heute auch keine F, F2, F3, F3 Titan, F4. Und ich hätte auch nicht die wunderschönen hochwertigen und seinerzeit so teuren alten Nikkore. Alleine das ist für mich schon ein Grund für ständige Neuentwicklungen 🙂
    Aber zum Thema Sensor-Auflösung habe ich noch einen anderen Aspekt. Ich habe lieber kompakte Objektive dabei (Weitwinkel und Normalbrennweite) und kann mir dann bei Bedarf ohne große Verluste locker einen Ausschnitt am PC vergrößern.
    Für meine alten Nikkore leiste ich mir den Luxus einer Df.

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  5. Randle P. McMurphy

    Danke Ulf – noch ein weiterer Punkt der schon in analogen Zeiten
    das „Plus“ der „größeren Formate“ war !

    Ich erinnere mich aber auch noch an die neugierige Frage einer
    damaligen Laborassistentin meines Ausbildungsbetriebes mit
    welcher Mittelformatkamera ich eine Reihe Portraits geschossen hätte.
    Meine Antwort das es nur Kleinbild Agfa APX 25 entwickelt in Neofin Blau
    wäre quitierte sie mit Kopfschütteln und dem Kommentar die seinen aber
    schärfer als das was der Geselle mit der Hasselblad zu Stande brachte bestätigt
    meine Überzeugung das es immer auf die komplette Verarbeitungskette ankommt.

    Welche Optik letztendlich eine Auflösung von 36 MP oder mehr abbildet
    und ob sich so etwas nur unter Laborbedingungen ausreizen läßt wird
    weiterhin Anlass zu Diskussionen bieten……….

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  6. Kees van Surksum

    Klar ist der Pixelwahn auch auf kommerzielle Überlegungen zurückzuführen. Der Markt für Amateurfotografen und Quereinsteigerprofis, die sich jenseits jeglicher Vernunft gerne mit Kameras Status verschaffen (statt mit Klasse-Objektiven), ist dafür zu attraktiv …

    Für den Profi gibt es nur die Abwägung, was er wofür braucht und wie sich das Ganze amortisiert. Ich habe immer noch eine D700 unter meinen DSLRs und fotografere da auftragsmäßig mit, weil es für viele Zwecke (wie dieser Test beweist) einfach reicht.

    Was ich allerdings ein merkwürdiges Argument finde, ist das mit dem Anschnitt.
    Der physische Entfernungen zwischen Kamera, Motiv und übrigen Bildelementen, ist bestimmend für die Schärfetiefe und die Größenverhältnissen der Bildelementen. Ein angeschnittes Bild ist daher grundsätzlich anders als das gleiche Bild/der gleichen Anschnitt aus kürzerer Distanz gleich richtig gekadert geschossen. Natürlich hängt es vom Motiv ab, in wie fern das eine Rolle spielt.

    Mein Argument für mehr Pixel liegt lediglich in der Reserve, die man in der High-End-Postpro hat. Aber ohne dem entsprechenden Glas, ist auch das nicht wirklich ein Argument. Es gibt nur sehr wenige Objektive, die in der Lage sind das Potential einer 24+ MP-Sensor auszuschöpfen.

    Im übrigen scheint auch Nikon das einzusehen. Die neue D5 versucht nicht Canon zu folgen und auch die D500 wird sich mit „bescheidenen“ 21 MP begnügen. Für mich sind ein besserer AF und bessere LowLight-Eigenschaften wichtiger als noch mehr Auflösung. Und das ist der Weg, den Nikon gerade gut geht.

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  7. Kees van Surksum

    @Filmfrollein:
    Das Erste stimmt: Die meisten Objektive schöpfen das Potential eines 36-MP-Sensors nicht aus. Aber der Umkehrschluss ist ein Trugschluss.
    Wenn man ein Mittelklasse-Objektiv (qualitativ gesprochen) an einer weniger hoch auflösenden Kamera setzt, nimmt auch die optische Gesamtauflösung ab. Zwar nicht linear, aber dennoch.

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  8. Ulf

    Eine D700 habe ich auch noch. Das war mein Einstieg in die digitale Spiegelreflex-Fotografie. Vor einem Jahr stand ich vor der Entscheidung, diese für den Kauf einer D4 in Zahlung zu geben. Ich habe aber dann ganz anders entschieden: D700 behalten und Df gekauft; Restgeld für Objektive. Rückblickend eine super Entscheidung.
    Ich bin kürzlich mit dem Rucksack durch Neuseeland gereist. Daher auch mein Argument, lieber kompakte Objektive dabeizuhaben und ggf. am PC Ausschnitte zu vergrößern.
    Aber bei so einer Reise stellt man fest, dass die Frage der Pixel eigentlich uninteressant wird. Wichtiger ist etwas anderes, insbesondere als Amateur, der mit seinem Equipment kein Geld verdient. Hat man Skrupel (als Amateur), Kamera und Objektive schonungslos allen Wetterverhältnissen auszusetzen – Regen und Schnee, Sturm, Flugsand, Salzwasser, Vulkanasche?
    Bei aller Skrupellosigkeit gegenüber meiner D700 gestehe ich doch, dass ich die Df derartigen Naturgewalten niemals ausgesetzt hätte.
    Klar, jedem was er braucht.

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  9. Kees van Surksum

    @Ulf: Auch für mich als Berufsfotograf wirft die D700 immer noch „Kohle“ ab … 😉
    Ich hatte mal zwei davon, habe eine verkauft, aber von der jüngsten der zwei kann und will ich mich nicht trennen. Ich mag diese bullige Kameras. Das Gleiche gilt für die alte D300. Die hat den 2. Golfkrieg ohne Probleme durchstanden, alles ausgehalten und sah nach diesen Strapazen noch top aus auch. Ich bezweifle, ob das für die jüngere Generation auch noch so gilt. Ich hätte da die gleiche Hemmungen.

    Dummerweise für den Berufsfotografen, scheinen auch viele Auftraggeber diesem Pixelwahn verfallen. Die Frage nach der maximale Pixelgröße wird immer wieder gestellt und wenn sie sich auskennen mit der aktuellen Marktsituation und Modellserien, schauen sie einen überrascht an, wenn man nicht gleich die D810 aus dem Koffer hohlt, auch wenn ich weiß, dass ich damit für den bestimmten Zweck in Kombination mit einem bestimmten Objektiv aus Erfahrung die bessere Wahl treffe …

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  10. Randle P. McMurphy

    @Kees van Surksum
    Der Griff in den „Werkzeugkoffer“ ist abhängig von der Aufgabe.
    Für Presse, Reportage und Street derer Resultate später im Internet
    oder ausnahmsweise Magazin oder Tageszeitung erscheinen macht
    es absolut keinen Sinn riesige Datenmengen abzuliefern.
    Das Hauptaugenmerk liegt ja auch im abgebildeten geschehen und
    nicht im perfekt inszenierten Bild.
    In der Werbefotografie liegen die Dinge wiederum ganz anders
    hier wäre es schlichtweg dämlich mit großem Aufwand ein Foto
    zu schießen um einen später benötigten Zweck auf Grund der nicht
    vorhandenen Auflösung auszuschließen.

    Was mich trotzdem noch umtreibt wäre aber – selbst wenn die verwendete Optik
    die Auflösung des Sensors nicht mehr bedient – ist das Ergebnis nicht besser als
    eine von einer geringeren Bildgröße interpolierte (aufgeblasene) Datei ?

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  11. Thomas Gergelyi

    Zum ersten Punkt: Argument Pixelwahn . Wenn ich mit meinen 2 Nikon D7000 Kameras Bilder im RAW Modus Fotografiere und weiterbearbeite im Nikon Fotobearbeitungsprogramm ZB. Schärfe Kontrast Licht ETC . kommt am Ende ein Bild mit locker 22- 31 Megapixel heraus. Diese Bilder sind so Scharf und nach der JPEG Komprimierung immer noch Spitzenmäßig. Ich habe früher mit meiner Nikon FE viele Filme und Dias Fotografiert und Geknipst. Mit meinen Neuen Canon Scanner kommen Digitalisierte Ergebnisse mit bis zu 14 Megapixel heraus. Mit etwas Nachbearbeitung erziel auch ein DIN3 Bildausdruck eine sensationelle Schärfe.
    Da im Moment noch die alten Profigeräte von Nikon sehr günstig zu erwerben sind habe ich stark Analog aufgerüstet. Neben einer Nikon F9oX und F3 besitze ich auch noch einige alte Schätze von Nikon . Durch meinen Scanner werde ich wieder vermehrt in die Analog Fotografie wechseln . Solange es noch Filme gibt dürfte es kein Problem sein. Auch stellt sich die Frage des Archivierens nicht. Da meine Filme und Dias nach 35 Jahren einen Eindruck erwecken, das diese noch einmal solange halten . Ohne Intensiveinsatz der Periodischen Speicherung und die Frage im Raum steht , können die Digitalen Bilder nach 35 Jahren auch noch so anstandslos betrachtet werden wie die Analog erzeugten Filme und Bilder. Wird wieder vermehrt auf meine alten Schätze zurückgegriffen.

    Antworten
  12. Philta22

    @Filmfrollein:

    Das die D800/810 erste Wahl sein soll bezweifle ich stark…Es ist immer die Frage: Was mache ich damit? , Verdiene ich mein Gelde damit, Was brauche ich?
    Ich bin mir sicher dass die meiste Leute nur den Trend nachrennen und das sogenannte „Beste“ kaufen…36Mpx ist für MICH overkill, brauche ich nicht.
    Es gibt selbstverständlich gute Alternativen sowie D610 oder D750…
    Im Übrigen ist der Dynamik-Umfang einer D810 nicht wesentlich grösser um zu sagen: gar nicht!…siehe DXO
    Phil

    Antworten
  13. Randle P. McMurphy

    @Thomas Gergelyi

    Die Archivierung war auch schon zu analogen Zeiten ein Problem.
    Film „hält“ zwar die Information erschwert aber die Suche
    selbst wenn ein System über den normalen Schuhkarton hinaus besteht.
    Hier denke ich mal trennt sich auch die Spreu vom Weizen.
    Bildagenturen und Museen werden auch im digitalen Zeitalter ihre Schätze
    aufwendig sichern, aber für die Mehrheit der privaten Nutzer oder deren Erben
    bin ich skeptisch ob überhaupt Interesse an Fotomaterial dieses Alters besteht.
    Ein Bekannter hat nach dem Tod seiner Eltern eine mittelgroße Mülltonne
    mit solchen „Erinnerungen“ gefüllt entsorgt……

    @Philta22

    Es wird immer Leute geben die das vermeidlich Beste „benötigen“.
    Selbst in „analogen Zeiten“ war der Großteil der Hasselblad Besitzer
    betuchte Edelamateure und nicht wie erwartet professionelle Fotografen
    und auch heute noch befinden sich die Mehrzahl der Kameras-mit-rotem-Punkt
    nicht in der „Hand der Besten“ sondern in deren welche sich den Spass
    etwas kosten lassen……

    Antworten
  14. Joerg

    Interessanter Artikel, vielen Dank für die optischen „Belege“.

    Ich möchte gerne zwei Aspekte aufgreifen: „Verarbeitungskette“ und „optische Qualität der Objektive“ und dabei die Frage aufwerfen, inwieweit der „Overhead“ eines höher auflösenden Sensors die Qualitäten des Glases besser herausarbeiten kann.

    Der Vergleich mag manchem jetzt vielleicht zunächst einmal komisch vorkommen, aber mein zweites Hobby ist HiFi, bei mir tendiert das stark in Richtung „HighEnd“: optimale Kombination der Komponenten für eine besonders gute Wiedergabe. Und dabei kommt es nicht nur darauf an, beste „Frequenzgänge“ und niedreigste „Verzerrungen“ zu erreichen (=Sensorauflösung, Dynamik, also Meßwerte etc.), sondern das musikalische Erlebnis zu optimieren. Auch da ist Auflösung nicht alles, sondern das Vermögen, Rhythmus, dynamische Feinheiten und Musikalität zu transportieren (ich lass das jetzt mal ohne weitere Erklärungen so stehen und vertraue darauf, daß man mir das jetzt mal glaubt).

    Übersetzt heißt das für mich: die Quelle (Objektiv) muß das liefern können, der „Transporter“ (Sensor) muß das verarbeiten können etc.

    Da ich mich seit dem Umstieg auf Vollformat (D810) noch mehr auch mit den älteren Objektiven auseinandersetze, stoße ich immer wieder auf Beschreibungen, in denen die Rede von „Mikrokontrast“, „bessere Farbwiedergabe“, „feinere Abstufungen“ ist. Das „alte Objektiv XYZ aus der D-Serie löst genauso gut auf wie das neue XYZ G ED, aber das neue produziert nur flache, leblose Bilder“. So etwas kommt mir aus dem HighEnd-Bereich sehr bekannt vor.

    Daher die Frage, ob ein höher auflösender Sensor diese Qualitäten eventuell besser einfangen und in die „Verarbeitungskette“ weiterreichen kann.

    Ja, ich habe die Scans oben im Artikel gesehen. In anderen Bereichen redet man da von Datenreduktion. In diesen „anderen Bereichen“ schaut man aber auch immer darauf, daß vor dieser „Datenreduktion“ ein möglichst gutes Ausgangsmaterial zur Verfügung steht – dann kann diese Datenreduktion deutlich besser arbeiten und liefert auch ein besseres Resultat.

    Insofern fände ich es durchaus einen Gedanken wert, ob ein geringer auflösender Sensor bestimmte Qualitäten des Objektivs schon in Teilen so deutlich reduziert (z.B. Mikrokontrast, feine dynamische oder farbliche Abstufungen), daß in der weiteren Bearbeitung noch stärkere Einschränkungen hinzunehmen sind, als nötig.

    Nur so ein Gedanke….

    Antworten
  15. Ulf

    Der Vergleich mit HiFi HighEnd gefällt mir. Ich habe vor rund 30 Jahren mal Lautsprecher mit den damals besten Chassis gebaut und bei der Frequenzweiche auf einen exakt 100% linearen Frequenzgang geachtet. Die andern Parameter habe ich mit enorm hohem Aufwand auch alle absolut „perfekt“ gestaltet (theoretisch). Die Messwerte waren fantastisch. Über den Klang dieser Boxen war sogar meine ansonsten gegen derartige Eskapaden gleichgültige Ehefrau zutiefst erschrocken!
    Ja stimmt. Die heutigen Beschreibungen digitaler Kameras und Objektive erinnern mich stark an diese aus der HiFi High End Hochkonjunktur: Dieser Verstärker klingt flach und leblos 🙂
    Wie heißt es so schön? Es zählt nur was hinten herauskommt. Also: Wie sehen meine Fotos aus. Das ist subjektiv und sollte jeder für sich alleine entscheiden. Sichtweise als Amateur, mag für einen Profi anders sein.
    Ach so. Es gibt (für einen Amateur) natürlich auch noch so eine Art Glücksgefühl, ein aktuelles HighEnd Produkt zu besitzen.

    Antworten
  16. Daniel Casper Freiherr von Lohenstein

    Hallo allerseits,

    Pixel sind ja nicht alles, darüber braucht man nicht zu streiten. – Ich liebe ja die FM2n, ebenso mag ich die F2 bis F5. Alles recht solide Kameras, wobei die F4 und die F5 auch noch ein wenig abgedichtet wurden und auch diverse Blitz- und Belichtungsautomatiken, AF und Matrix-, Mitten- und Spotmessung haben, was alles etwas komfortabler, dafür aber auch schwerer und klobiger macht.

    Was ich von der Kameraentwicklung erwarte (erhoffe), sind einfache Werkzeuge, die funktionieren. Sprich: schneller, aber abschaltbarer AF, gute, aber auch manuell steuerbare und dann selektiv messende Belichtungsmesser, Vollformat, damit alle angeschafften Objektive benutzbar sind, sodann aber auch Stabilität und Wetterfestigkeit. Letzteres fast als wichtigstes.

    Was nutzen mir die F100 oder F5, aber auch der D200 und D300, wenn die Griffgummis verrotten und von Nikon nicht mehr nachgeliefert werden können? Soll ich mir das mit der D3 oder D4 oder D5 dann auch noch antun? Gleiches gilt für das Mäusekino der F3 oder F4, wenn LCDs verbleichen oder ausbluten. Es ist eine Frage der Zeit, wann die D3 bis D5 obsolet werden.

    Ich will eigentlich eine wetterfeste F3, F2 oder FM2n mit Vollformatsensor, zum Budgetpreis, denn eine solche Kamera wäre günstig zu produzieren. Vielleicht noch einschaltbarer Selektivmessung. Kann denn das so schwer sein?

    Kann man denn nicht ein Crowdfunding-Projekt starten, um alte FM2 umzubauen in FX-Kameras?

    Antworten
  17. Rainer Kwirandt

    Der MegaPixel-Wahn bei den Kameras geht voll an der Leistungsfähigkeit der Objektive vorbei!
    Für 1-Zoll-Inspektionskameras (16*16mm-Senor) konnte ich kaum Objektive finden, die 5µ auflösen können: Wenn überhaupt, ist das den Objektivherstellern nur bei Festbrennweiten und dann auch nur bei jeweils nur einem Objektiv in der Serie gelungen!
    Schaut man auf die MFT-Kurven der Objektive für APS und Kleinbild-Consumerkameras, so erkennt man sofort, daß die Auflösung der Objektive schon bei 30-Doppellinien pro mm in die Knie gehen. Diese Objektive haben danach Auflösungen von 16µ, die Allerbesten könnten gerademal 10µ schaffen.
    Consumerkameras, die auf Kleinbildformat 36 bis 50MPixel haben, haben auch nur 4µ – 6µ-Pixel:
    Die Sensorauflösung ist damit um einen Faktor 2 bis 4 größer als die Objektivauflösung und damit unnötig.
    Am allerschlimmsten ist, das diese riesigen Auflösungen von unseren Augen gar nicht aufgelöst werden können! Schaut man sich seine Bilder z.B. auf dem HD-Fernseher an, so haben die Augen bei normalem Abstand vom Fernseher etwa nur die halbe HD-Auflösung: Ca. 0,5MPixel! Die HD-Auflösung des Fernsehers kann nur vom Auge ausgenutzt werden, wenn der Abstand zum Fernseher weniger als 1,5m beträgt!

    Antworten
  18. Uwe

    Der Pixelwahn, und demnächst der Iso-Wahn…..
    + noch mehr Einstellungen und noch mehr „Knöppe,/Rädchen“
    Viel bedenklicher finde ich, das alle paar Generationen das Speichermedium wechselt. Die D2x wäre, mit SDHC, meine Traumknippse gewesen. Obwohl die auch „überfunktional“ ist. Aber wenigstens mit integriertem Hochformatgriff!!
    Das Speichermedium von damals, ist aber auf dem absteigenden Ast. Ideal und ein echter Knaller wäre es für die Analog Kameras, einfach ein digitales Rückteil an zu bieten. Zur Not auch von einem Fremdhersteller. Aber Nein. Und das wichtigste: Bezahlbare Negativ/Dia-Scanner gibt es auch nicht zu kaufen!

    Das technische Foto-Angebot schrumpft immer mehr, dank Ein-für-Alles-Telefon.

    Antworten
  19. Ingo Müller

    Die Frage wozu man 36 MPx braucht ist mehr als berechtigt. Für die Bildqualität sicherlich nicht, man kann mit 4 MPx sehr gute Bilder machen. Ich bin kein Profi, aber probiere gerne ab und an etwas Neues aus. So sind im Laufe der Zeit auch die Pixelzahlen gestiegen. Anfang des Jahrtausends begann ich digital zu fotografieren war aber noch nicht von der digitalen Fotografie überzeugt. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt waren Serienversuche zu dokumentieren. Das war nur digital kostengünstig zu bewerkstelligen. Ebenfalls aus Kostengründen fiel die Wahl auf die Minolta Dimage F200, die als Auslaufmodell für 300 DM zu haben war. Von der Bildqualität war ich dann doch überrascht. Zwar nutzte ich privat weiterhin eine Nikon F501 und eine handvoll D- und ältere AF-Nikkore aber die F200 fand sich im Laufe der Zeit immer öfter auch bei Ausflügen in der Fototasche. Die beruflich entstandenen Bilder zeigten ganz gut den experimentellen Aufbau im Ganzen, Detailfotos mussten jedoch separat gemacht werden, da die 4 MPx nicht ausreichten um in Ausschnittvergrößerungen z.B. eine Messskala abzulesen. War eine zweite Kamera nötig, wurde eine institutseigene 1 MPx-Kamera eingesetzt. Deren Bilder waren bereits auf Din A5-Größe recht verpixelt. 2006 kam dann mit der D200 die erste digitale SLR. War die Dimage noch keine Konkurrenz für die F501, habe ich die D200 lieber und öfter benutzt und nutze sie heute noch. Die 10 MPx sind durchaus ausreichend und lassen auch moderate Ausschnittsvergrößerungen zu. 2011 wollte ich eine kleinere und leichtere Systemkamera, die D200 war mir auf Dienstreisen zu groß und zu schwer. Die Wahl fiel auf eine Sony NEX7. Das Zeiss Sonnar 24/2 liefert die notwendige optische Qualität für die 24 MPx. In der Eisenbahnfotografie war es nun auch möglich mit dieser Brennweite (Cropfaktor 1.5) durch starkes Hineinvergrößern die Ordnungsnummern der Lokomotiven aus 100 m Entfernung zu lesen. Für diese Aufgabe ein klarer Vorteil der hohen Pixelzahl. Schließlich möchte ich auch ohne Kenntnisse aller Umlaufpläne die Triebfahrzeuge identifizieren. Für die Nutzung anderer Brennweiten lassen sich alle Nikkore mit Blendenring gut auf die NEX7 adaptieren. Mittlerweile hat auch meine Frau Gefallen am Fotografieren gefunden. Auf der Suche nach einer für Anfänger tauglichen Kamera, die auch meinen etwas höher gesetzten Ansprüchen genügt kamen wir auf die Fuji X100S. Es sollte diesmal bewusst keine weitere Systemkamera sein. Die Bildqualität dieser 16 MPx-Kamera ist über jeden Zweifel erhaben. Zur Identifizierung von Lokomotiven aus größerer Entfernung sind dies jedoch zu wenig Pixel. Der klare Vorteil der NEX7 gegenüber der D200 weckte in mir den Wunsch nach noch höheren Pixelzahlen und so kam 2014 die D800E. Meine Hoffnung aus 100m Entfernung auch die kleineren Nummern der Triebzüge lesen zu können wurden nicht enttäuscht. Durch die Einführung der ellenlangen, europäischen UIC-Nummern wurden auch die Anschriften der Lokomotiven kleiner, so dass ich heute für die Eisenbahnfotografie lieber die D800E verwende. Allerdings stellt die Kamera sehr hohe Ansprüche an die Optiken und schränkt die Belichtungseinstellungen sehr ein, will man die volle Auflösung nutzen. Die von mir am liebsten genutzten, mittleren Weitwinkel-Festbrennweiten haben ihre maximale Auflösung bei Blende 5.6 – 8. Auch die Bewegung der fahrenden Züge muss stärker eingefroren werden, damit die Bewegungsunschärfe die Ordnungsnummer nicht über mehrere Pixel verschmiert. Direkt neben der Strecke bei einer Zuggeschwindigkeit von 120 km/h benötige ich bei der NEX7 1/1000s, bei der D800E bereits 1/1600s. Mal gut, dass sich bei Digitalkameras die ISO-Zahl mit einem Tastendruck schnell erhöhen lässt. Diese Einschränkungen der Belichtungsparameter finde ich gravierender als die reduzierte Zahl der geeigneten Objektive. Nutzt man auch die älteren Nikkore, steht eine große Auswahl hochwertiger Objektive zur Verfügung.

    Antworten
  20. Bernhard

    Ist eigentlich ganz einfach: ein guter Belichter printet mit 300dpi => A4-Seite sind 6MP, einfacher Dreisatz.
    Ergo: Doppelseite => 12MP, noch einfacher.
    Das ist die sog. „Fotoqualität“, besser wird’s nicht, egal, wieviel MP man in seiner Datei hat.

    Wenn ich riesige Prints mache, dann kann ich davon ausgehen, daß ich auch nicht viel mehr Pixel brauche, weil der Betrachter weiter weg steht (also nicht aus 30cm Leseentfernung ein Poster oder eine Plakatwand anguckt).

    Mehr Pixel helfen, wenn ich das Bild in der einen oder anderen (Format oder Bildausschnitt) croppen muß oder hinterher doch nur ein Ausschnitt verwendet werden soll.
    Wildlife-Fotografen kennen das auch, die längste Brennweite kann eben doch noch zu kurz sein.

    Wer aber nur im „Normal-Brennweitenbereich“ (unter 200mm) unterwegs ist und sein Bildfeld voll kriegt, für den ist Auflösung in der Tat meist nicht der entscheidende Faktor …

    Antworten

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