Der klassische Einstieg: Nikon FE

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Wenn über klassische Nikons geredet wird, steht eine Kamera auf einem der ersten Ränge: die Nikon FE. Sie ist etwas kleiner und leichter als die Vorgängermodelle Nikkormat und Nikon EL2, ist aber ebenfalls komplett aus Metall gefertigt.

Sie erschien 1978, also ein Jahr nach der FM. Anders als diese verfügt sie aber über einen elektronisch gesteuerten Verschluss sowie eine Zeitautomatik. Zur eingestellten Blende wählt die Kamera also die passende Belichtungszeit. Zum Betrieb benötigt sie zwei langlebige und noch immer leicht erhältliche Knopfzellen vom Typ G13, LR44 oder A76. Sollten die einmal leer sein, ist die FE aber auch ohne Strom immerhin noch mit der 1/90 Sekunde sowie B verwendbar. Zur kompletten Ausstattung der FE gehören ausserdem eine Messwertspeichertaste, ein Batterietestknopf sowie die Möglichkeit zu Mehrfachbelichtungen und eine Abblendtaste zur Kontrolle der Schärfentiefe.

DSC_3910Blitzen wurde mit der FE richtig komfortabel: Im Automatikbereich stellt die Kamera selbsttätig auf die 1/125 Synchronzeit um. Bei manueller Einstellung warnt ein Blinklicht im Sucher vor zu kurzer Belichtungszeit, weil ja in diesem Fall nur ein Teil des Bildes belichtet würde. Mit kompatiblen Blitzgeräten (ab SB-10) erfolgt auch eine Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher. Die Belichtungsmessernadel zeigt weiterhin das Umgebungslicht an, ideal zum Aufhellblitzen.

Anders als bei der FM können die Mattscheiben vom Anwender ausgewechselt werden, um die Standardmattscheibe mit Schnittbild und Mikroprismen (Modell K) gegen eine Mattscheibe ohne Einstellhilfen (Modell B), zum Beispiel für Teleobjektive, oder eine Gittermattscheibe (Modell E) auszutauschen. Wegen des fest eingebauten Prismensuchers muß der Wechsel durch die Bajonettöffnung erfolgen. Hilfreich ist dabei die mitgelieferte Montage-Pinzette, die das Herausnehmen und Einsetzen ohne Beschädigung des Spiegels oder der Scheibe selbst erleichtert. Übrigens sind die helleren Einstellscheiben K 2, B 2 und E 2 der FE2/FA
in der Nikon FE ebenfalls verwendbar. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, die Filmempfindlichkeits-Einstellung entsprechend der Angabe zu korrigieren. Denn nicht nur der Fotograf hat dann 1/3 Blende mehr Licht im Sucher, sondern auch die Belichtungsmeßzellen.

Sucher FEDer grösste Vorteil der FE gegenüber der FM und der FM2 ist aber die Belichtungsanzeige im Sucher: zu sehen ist dort eine Skala, eine Nadel zeigt stufenlos die richtige Belichtungszeit an, dadurch wird die manuelle Belichtung viel übersichtlicher. Für eine perfekte Belichtung nach dem Zonensystem von Ansel Adams schwenken Sie die Kamera einfach über das Bildfeld und beobachten dabei den Zeiger der Belichtungsanzeige. Wenn die grüne Markierung in der Mitte zwischen dunkelster und hellster Motivstelle steht, ist die Belichtung optimal.

An der Nikon FE können alle manuellen AI- und AIS-Nikkore in vollem Umfang verwendet werden. Ausserdem können – anders als beim Nachfolger FE-2 – dank des umlegbaren Blendenmitnehmers auch die älteren non-AI-Objektive angesetzt werden, allerdings nur mit Arbeitsblendenmessung. Der Betrieb mit AF-Nikkoren ist ebenfalls mit voller Belichtungssteuerung möglich (natürlich dann mit manueller Fokussierung). Nur die neueren G- und E-Typen ohne Blendenring sind nicht verwendbar.

Grösser, schwerer, aber auch deutlich griffiger wird die FE mit dem angesetzt Motorantrieb MD-12, der an der gesamten FM/FE-Familie verwendet werden kann.

DSC_2225Ideal ist die FE übrigens für Nachtaufnahmen: die längste manuell einstellbare Belichtungszeit beträgt zwar nur 8 Sekunden, allerdings sind im Automatikbetrieb deutlich längere Zeiten möglich. Es wurde schon von Belichtungen mit über 60 Minuten (!) berichtet. Perfekt ist die Kombination aus Selbstauslöser und Zeitaufnahme, denn dann kann dank Spiegelvorauslösung auch ohne Drahtauslöser erschütterungsfrei ausgelöst werden.

Insgesamt ist die Nikon FE auch wegen ihres vergleichsweise günstigen Preises eine ideale Kamera sowohl für Analogeinsteiger als auch für ambitionierte Fotografen. Aber Vorsicht beim Kauf: auf dem Gebrauchtmarkt sind viele Exemplare unterwegs, deren Elektronik nicht mehr korrekt arbeitet. Auch die Rückwanddichtung sowie der Spiegeldämpfer sind meist verrottet. Kaufen Sie daher möglichst im Fachhandel – ich empfehle natürlich Nikonclassics!

Ein Gedanke zu „Der klassische Einstieg: Nikon FE

  1. Michael Münker MM-FotoLounge

    Meine erste selbst gekaufte. Sie löste eine OEM 1 ab. Es begann eine lange Leidenschaft!

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