Warum ist es sinnvoll, alte manuelle Objektive an modernen Digitalkameras einzusetzen?

Der Einsatz von manuellen Objektiven an modernen DSLRs ist seit einiger Zeit ein Geheimtip unter Künstlern und Anhängern der Fine Art Photografie. Und dafür gibt es gute Gründe:
Das langsame, bedachte und kreative Bildgestalten erfordert keine Plastik-"Superzooms", sondern solide und leistungsstarke Festbrennweiten.  Der weiche und präzise Lauf des Entfernungseinstellringes eines manuellen Objektives ermöglicht eine bewusste Entscheidung für eine bildgestaltende Schärfenebene.
Durch die unübertroffene mechanische Qualität vieler alter Nikkore wird Digitalfotografie zum haptischen Erlebnis, das an die Zeiten der mechanischen Kameras erinnert.
Zudem bieten die alten Festbrennweiten meist eine deutlich bessere Abbildungsleistung als billige Zooms; die Sucherbildhelligkeit profitiert von der hohen Lichtstärke.

 

Ideal für HD-Filme im Videomodus

Manuelle Nikon-Objektive sind ideal zum Filmen mit DSLRs geeignet: hohe Lichtstärke für geringe Schärfentiefe, leise und sehr präzise Fokuseinstellung. Aus diesem Grund sind einige wenige noch immer im Nikon-Programm: www.nikonusa.com/Nikon-Products/Camera-Lenses/Manual/index.page
 

Das kompatible Nikon-Bajonett

Dank des seit 1959 im Wesentlichen unveränderten Nikon-F-Bajonettes lassen sich die guten alten Objektive auch an den modernen Digitalen Nikons verwenden. Ein paar Einschränkungen gibt es natürlich: 
Ein manuelles Objektiv hat naturgemäss keinen Autofokus, die meisten DSLRs verfügen aber über eine elektronische Scharfeinstellhilfe im Sucher. 
Mit AI/AIS-Nikkoren ist Innenmessung, Zeitautomatik und Matrixmessung (auch TTL-Blitzmessung) bei den digitalen Nikons D4, D800, D7000, D700, D600, D300, D200, D3-, D2- und D1-Serien sowie der Fuji S5 pro weiterhin möglich. Auch die EXIF-Daten stimmen: im Menüpunkt "Objektivdaten" werden diese einmal eingegeben und dann werden sowohl in den Bilddaten als auch im Sucher die richtigen Werte angezeigt.
An den Nikon DSLRs ohne AF-Motor können AI/AIS- und auch non-AI-Objektive im rein manuellen Modus ohne Innenmessung verwendet werden. Die Mittelklasse-Modelle  wie D90 oder D50 können zwar mit Ai/Ais-Objektiven, nicht aber mit ganz alten NonAi-Objektiven verwendet werden.
Mehr dazu
hier im Nikonclassics-blog.

 

Was ist besser, AI oder AIS?

Für Digitalkameras und auch für die analogen EM-, FM-, FE-, F2-, und F3-Serien ist es ohne Bedeutung, ob Sie ein AI- oder ein AIS-Objektiv verwenden. Der Unterschied liegt in einem veränderten Blendenmechanismus, der bei den AIS-Objektiven eine feinfühlige Steuerung der Blendenöffnung durch die Kamera zulässt. Diese Modifikation wurde 1983 mit Einführung der Nikon FA notwendig, welche neben Zeitautomatik und Nachführmessung erstmalig auch Blenden- und Programmautomatik bot. 
Mehr dazu 
hier im Nikonclassics-blog.